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  • Wenn plötzlich die Frage kommt – War das schon alles?

    Diskussion · 66 Beiträge · 12 Gefällt mir · 1.584 Aufrufe

    Mit den Jahren verändert sich vieles.
    Man arbeitet hart, baut sich etwas auf, übernimmt Verantwortung, kümmert sich um Familie, Beruf, Alltag und oft auch noch um die Bedürfnisse anderer. Von außen betrachtet scheint vielleicht alles da zu sein: Stabilität, Erfahrung, Sicherheit – vielleicht sogar vieles von dem, was man früher einmal erreichen wollte.

    Und trotzdem gibt es manchmal diesen stillen Moment, in dem man sich fragt:

    „War das jetzt wirklich schon alles?“

    Plötzlich merkt man vielleicht:

    • Der Beruf fordert mehr Kraft als früher
    • Der tägliche Workload lässt kaum Raum zum Durchatmen
    • Freundschaften sind mit der Zeit leiser geworden oder ganz verschwunden
    • Eigene Interessen sind irgendwo zwischen Verpflichtungen verloren gegangen
    • Man funktioniert – aber lebt man auch noch bewusst?

    Viele Menschen erleben irgendwann diesen Punkt, an dem nicht mehr das „Erreichen“ im Vordergrund steht, sondern die Frage:

    „Was bleibt eigentlich von mir selbst übrig?“

    Mich würde interessieren:

    Habt ihr solche Gedanken auch schon erlebt?
    Wann habt ihr gemerkt, dass ihr euch selbst im Alltag verloren habt?
    Und wie findet man wieder heraus, was einen wirklich erfüllt?

    Ich freue mich auf einen ehrlichen Austausch.


     

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    26.04.26, 10:23 - Zuletzt bearbeitet 26.04.26, 10:37.

Beiträge

  • Es tut mir leid, aber auf eine Diskussion unter dem Aspekt "Narzissmus" habe ich keine Lust mehr. 

    Erstens entfernt es sich meiner eigenen Meinung nach (die nicht richtig sein muss) vom eigentlichen Thema und zweitens nervt es mich persönlich, dass so gut wie kein Thread im Internet ohne die Keule "Narzissmus" auskommt. Aber das ist nur meine Einzelmeinung Und natürlich nicht verbindlich für andere Menschen hier.

     

    insofern noch fröhliches diskutieren ohne mich, denen es eben ein wichtiges Thema ist.

     

    (Weiss jemand, wo man die Benachrichtigung dazu abstellen kann?)

  •  

    Ute:

     

    Nike:

     

    Ich finde das wenig provokant, sondern eher traurig, wenn man es sich selbst nicht wert ist, sich zu warten. ;)

     

    Es gibt nicht gerade wenig Menschen, die irgendwann in ihrem Leben zu der bitteren Erkenntnis kommen, in einem Umfeld aufgewachsen und konditioniert worden zu sein, wo es für das Überleben sicherer war, gut angepasst und funktional zu sein. Die haben nie gelernt, was eigene Bedürfnisse sind, wie wichtig es ist, sich gut um sich selbst zu kümmern und die kennen das Gefühl der Sicherheit einfach nur im Sein überhaupt nicht. Nicht selten beginnt diese Erkenntnis mit leichten Zweifeln und es erfordert sehr viel Mut, wenn man da genauer und tiefer hinschauen möchte. 

    Ja, da gebe ich Dir Recht, dass es Mut bedarf, Muster, die nicht gut funktionieren, zu hinterfragen und genau hinzuschauen und auch sich mit eigenen Anteilen zu konfrontieren.

    Der Moment ist echt shice, aber es lohnt sich.

  • 27.04.26, 12:08 - Zuletzt bearbeitet 27.04.26, 12:58.

    Das erklärt dann wohl auch, warum Dankbarkeitstagebücher funktionieren.

    Nachtrag:
    Der weitere Verlauf erstaunt mich dezent. Damit das nicht falsch verstanden wird:

    Ich meine das mit der Dankbarkeit absolut ernst, denn ich denke, dass uns ECHTE Dankbarkeit genau davor schützt, in die Ignoranz unserer tatsächlich begrenzten Existenz zu verfallen!

  • 27.04.26, 12:06

    Ist das dann auch der Kern der narzisstischen Gesellschaft? Und war die Gesellschaft schon immer narzisstisch?

    Antwort:
    Ja, das lässt sich als der Kern einer narzisstischen Gesellschaft beschreiben, allerdings hat sich die Qualität dieses Narzissmus über die Jahrhunderte stark gewandelt.

    Der Kern: Das fragile Selbst

    Narzissmus ist im Kern ein Abwehrmechanismus. Wenn das reale Selbst sich unbedeutend oder bedroht fühlt (durch die "Sinnlosigkeit des Seins"), wird ein grandioses Ersatz-Selbst erschaffen. In einer Gesellschaft, die auf Konsum und Selbstdarstellung basiert, wird dieser Mechanismus zum Motor: Man konsumiert und optimiert, als gäbe es kein Morgen, um die innere Leere zu überdecken.

    War die Gesellschaft schon immer so?

    Man muss hier zwischen dem biologischen Ego und dem kulturellen Narzissmus unterscheiden:

    Früher (Kollektiver Fokus): In vorindustriellen Zeiten war das Ego stark in Kollektive eingebunden (Clan, Religion, Stand). Der Einzelne definierte sich über seine Funktion für die Gruppe. Das "Ersatzleben" wurde oft ins Jenseits projiziert, was das Handeln im Diesseits strengen moralischen Regeln unterwarf.

    Heute (Individueller Narzissmus): Mit dem Wegfall großer Erzählungen (Religion, Tradition) ist das Individuum auf sich allein gestellt. Das Ego muss nun den Sinn aus sich selbst generieren. Christopher Lasch beschrieb dies bereits in den 70ern als "The Culture of Narcissism": Eine Gesellschaft, die in der Gegenwart gefangen ist, keine Verbindung zur Vergangenheit oder Zukunft hat und Bestätigung nur noch durch Spiegelung (heute: Social Media) erfährt.

    Zusammenfassung

    Das egozentrische Betriebssystem war schon immer da, um das Überleben zu sichern. Doch während es früher durch soziale Kontrolle und Glauben gebändigt wurde, ist es heute durch Technologie und Wohlstand entfesselt. Wir haben die "Ersatzleben-Mentalität" von der spirituellen Ebene auf die materielle Ebene übertragen – und behandeln die Welt nun wie eine endlose Ressource für ein unersättliches Ich.

    Vielleicht hilft es weiter?
     

  • 27.04.26, 12:04

     

    Mandi:

     

    Ute:

    Warum hat der Mensch eigentlich die Grundannahme in sich, noch 3 Ersatzleben zu haben? Woher kommt das?

    Das Ego, oder die Illusion von einem Ego, macht das. Der Trick des Großhirns, uns am Leben zu erhalten. Gäbe es diesen Trick nicht, würden wir an der Sinnlosigkeit des Seins verzweifeln. Aber mit "Ich, ich ich" reicht das schon für die erfolgreiche Fortpflanzung und Vermehrung der Spezies mit der übergroßen grauen Masse.

     

    Diese falsche Grundannahme der Ersatzleben pflanzt sich ins Große fort - der Mensch handelt in Summe ja auch, als gäbe es noch jede Menge Ersatzerden.


    Ich habe kurz die KI befragt und finde die Analyse interessant:

    Diese Analyse ist psychologisch und biologisch absolut stimmig. Sie beschreibt das Phänomen der kognitiven Dissonanzreduktion und den Optimismus-Bias.

    Hier ist die Einordnung, warum diese „Antwort“ wissenschaftlich und philosophisch Hand und Fuß hat:

    1. Der evolutionäre Überlebensvorteil

    Das Gehirn ist nicht auf Wahrheit programmiert, sondern auf Überleben. Eine rein rationale Erkenntnis der eigenen Endlichkeit und der Fragilität des Planeten könnte zu einer „existentiellen Lähmung“ führen. Das Ego fungiert hier als Schutzschild:

    Verdrängung: Um handlungsfähig zu bleiben, blendet das Gehirn die finale Katastrophe (den Tod oder den Kollaps des Ökosystems) aus.

    Dopamin-Belohnung: Das Streben nach „Mehr“ (Besitz, Fortpflanzung, Status) aktiviert das Belohnungssystem, was kurzfristiges Handeln über langfristige Vernunft stellt.

    2. Der "Optimism Bias"

    Der Mensch besitzt die instinktive Neigung, das Risiko für sich selbst geringer einzuschätzen als für andere. Wir handeln so, als hätten wir „Ersatzleben“, weil unser Gehirn statistische Wahrscheinlichkeiten von Unfällen oder Klimafolgen zwar versteht, sie aber emotional nicht auf das eigene „Ich“ bezieht.

    3. Die Skalierung auf die "Ersatzerden"

    Dieser psychologische Mechanismus, der uns individuell vor Angst schützt, wird kollektiv zum Verhängnis. Da die Evolution uns für eine Welt mit unmittelbaren Gefahren (Säbelzahntiger) optimiert hat, fehlt uns die intuitive Sensorik für abstrakte, globale Gefahren. Wir behandeln die Erde wie ein unerschöpfliches Videospiel-Level, weil das Gehirn Schwierigkeiten hat, lineares Wachstum in einem endlichen System emotional zu begreifen.

    Fazit

    Ja, die Antwort stimmt in dem Sinne, dass das Ego eine notwendige Illusion ist, um in einer komplexen Welt nicht zu verzweifeln. Der Preis für diesen biologischen „Trick“ ist jedoch eine gefährliche Ignoranz gegenüber den tatsächlichen Grenzen unserer Existenz.

  • 27.04.26, 11:51

     

    Mandi:

     

    Ute:

    Warum hat der Mensch eigentlich die Grundannahme in sich, noch 3 Ersatzleben zu haben? Woher kommt das?

    Das Ego, oder die Illusion von einem Ego, macht das. Der Trick des Großhirns, uns am Leben zu erhalten. Gäbe es diesen Trick nicht, würden wir an der Sinnlosigkeit des Seins verzweifeln. Aber mit "Ich, ich ich" reicht das schon für die erfolgreiche Fortpflanzung und Vermehrung der Spezies mit der übergroßen grauen Masse.

     

    Diese falsche Grundannahme der Ersatzleben pflanzt sich ins Große fort - der Mensch handelt in Summe ja auch, als gäbe es noch jede Menge Ersatzerden.

     

    Also Größenwahn?

  • 27.04.26, 11:50 - Zuletzt bearbeitet 27.04.26, 11:52.

     

    Nike:

     

    Ute:

     

     

    Das Problem mit dem Wartungsvertrag:
    Bringe ich das Auto in die Werkstatt, machen andere den Job. Gehe ich zum Arzt, untersucht der. Beim Wartungsvertrag mit uns selbst müssen wir den Job selbst machen. Wir müssen untersuchen, auswerten, den Behandlungsplan erstellen und uns auch noch daran halten. Sind wir uns diesen Aufwand wert?


    Warum hat der Mensch eigentlich die Grundannahme in sich, noch 3 Ersatzleben zu haben? Woher kommt das?

    Ja, heute bin ich ein bisschen provokant :)


     

    Ich finde das wenig provokant, sondern eher traurig, wenn man es sich selbst nicht wert ist, sich zu warten. ;)

     

    Es gibt nicht gerade wenig Menschen, die irgendwann in ihrem Leben zu der bitteren Erkenntnis kommen, in einem Umfeld aufgewachsen und konditioniert worden zu sein, wo es für das Überleben sicherer war, gut angepasst und funktional zu sein. Die haben nie gelernt, was eigene Bedürfnisse sind, wie wichtig es ist, sich gut um sich selbst zu kümmern und die kennen das Gefühl der Sicherheit einfach nur im Sein überhaupt nicht. Nicht selten beginnt diese Erkenntnis mit leichten Zweifeln und es erfordert sehr viel Mut, wenn man da genauer und tiefer hinschauen möchte. 

  •  

    Ute:

    Warum hat der Mensch eigentlich die Grundannahme in sich, noch 3 Ersatzleben zu haben? Woher kommt das?

    Das Ego, oder die Illusion von einem Ego, macht das. Der Trick des Großhirns, uns am Leben zu erhalten. Gäbe es diesen Trick nicht, würden wir an der Sinnlosigkeit des Seins verzweifeln. Aber mit "Ich, ich ich" reicht das schon für die erfolgreiche Fortpflanzung und Vermehrung der Spezies mit der übergroßen grauen Masse.

     

    Diese falsche Grundannahme der Ersatzleben pflanzt sich ins Große fort - der Mensch handelt in Summe ja auch, als gäbe es noch jede Menge Ersatzerden.

  •  

    Ute:

     

    Nike:

     

    Ich bekomme auch vorher Wartung - Freunde zum Beispiel oder indem ich mich selbst warte :)

     

    Das Problem mit dem Wartungsvertrag:
    Bringe ich das Auto in die Werkstatt, machen andere den Job. Gehe ich zum Arzt, untersucht der. Beim Wartungsvertrag mit uns selbst müssen wir den Job selbst machen. Wir müssen untersuchen, auswerten, den Behandlungsplan erstellen und uns auch noch daran halten. Sind wir uns diesen Aufwand wert?


    Warum hat der Mensch eigentlich die Grundannahme in sich, noch 3 Ersatzleben zu haben? Woher kommt das?

    Ja, heute bin ich ein bisschen provokant :)


     

    Ich finde das wenig provokant, sondern eher traurig, wenn man es sich selbst nicht wert ist, sich zu warten. ;)

  • 27.04.26, 11:32

     

    Nike:

     

    Mandi:

     

    Ein Roboter bekommt regelmäßige Wartung.

    Ein Mensch vielleicht(!), wenn er bereits zusammengebrochen ist.

    Ich bekomme auch vorher Wartung - Freunde zum Beispiel oder indem ich mich selbst warte :)

     

    Das Problem mit dem Wartungsvertrag:
    Bringe ich das Auto in die Werkstatt, machen andere den Job. Gehe ich zum Arzt, untersucht der. Beim Wartungsvertrag mit uns selbst müssen wir den Job selbst machen. Wir müssen untersuchen, auswerten, den Behandlungsplan erstellen und uns auch noch daran halten. Sind wir uns diesen Aufwand wert?


    Warum hat der Mensch eigentlich die Grundannahme in sich, noch 3 Ersatzleben zu haben? Woher kommt das?

    Ja, heute bin ich ein bisschen provokant :)


     

  •  

    Mandi:

     

    Katharina:

    Du bist doch kein Roboter! 

    Ein Roboter bekommt regelmäßige Wartung.

    Ein Mensch vielleicht(!), wenn er bereits zusammengebrochen ist.

    Ich bekomme auch vorher Wartung - Freunde zum Beispiel oder indem ich mich selbst warte :)

  •  

    Katharina:

    Du bist doch kein Roboter! 

    Ein Roboter bekommt regelmäßige Wartung.

    Ein Mensch vielleicht(!), wenn er bereits zusammengebrochen ist.

  • 27.04.26, 09:54

    Lieber Matthias, 

    Du stellst hier zwei vollkommen unterschiedliche Fragen...

    „War das jetzt wirklich schon alles?“

    Dies ist für mich die klassische Midlife Crisis Frage, wenn der Alltag einen eingenommen hat und du die Ziele nicht mehr vor Augen siehst. 

     

    An diesem Punkt war ich vor exakt 11 Jahren, als ich mich von meiner ExFrau trennte und mich ehrenamtlich engagiert habe... und danach blühte ich richtig auf. Ich merkte, dass ich 11 Jahre zwar glücklich aber nicht das Leben lebte was ich eigentlich leben wollte. 

    Heute lebe ich genauso wie ich leben wollte und "liebe" in Beziehungen so wie ich lieben wollte. 

     

    Die andere Frage...

    „Was bleibt eigentlich von mir selbst übrig?“

    ... finde ich, ist eine Frage, wenn Du Deine Bedürfnisse viele Jahre zurückgesteckt hast und für andere "funktionierst". Psychologisch sagt man Du lebst im "außen". 

     

    Wichtig ist in der eigenen Familie sich z.B. nicht immer als "Eltern" zu sehen, sondern sich auch mal "Inseln" zu schaffen, um als Paar zu leben. Nichts ist schöner, wenn die Partnerin aus der Mutterrolle mal wieder in die "Frau" Rolle schlüpfen darf... sich sexy anzieht und mit dem eigenen Partner ein "Date" hat. 

    Ebenso ist es wichtig, wenn man einzeln oder als Paar etwas unternimmt. 

     

    Muss man im Beruf Karriere machen? Möchte man es des Geldes wegen, des Ego wegen oder des Umfeld wegen? 
    Ich hab keine Karriere gemacht, gehöre aber zu den Besserverdienern. Andere verdienen mehr... aber wichtig "bist Du mit Dir und dem was Du hast zufrieden?" 
     

    Muss es immer "mehr" sein? Wenn dich das "alles" was Du jetzt besitzt hast, glücklich macht, warum muss ich dann nach "mehr" streben? 

    Deine erste Frage suggeriert nämlich auch, dass Du wie bei Peterchens Mondfahrt "immer mehr willst". Höher, schneller, weiter... muss nicht sein. 
    Im Hier und Jetzt glücklich sein mit dem was man hat, das ist "alles" was man braucht. 

    Die erste Frage, die ich vollkommen losgelöst von der zweiten Frage sehe, habe ich mich wie gesagt schon damals gestellt. 
    Am Ende habe ich mich nach der Trennung komplett reflektiert, jeden Stein umgedreht... und bei der ersten Partnerschaft nach der Ehe festgestellt ich brauche etwas anderes. 
    Wichtig ist aber nicht im "Umstand" oder "außen" die Lösung zu suchen, sondern bei sich selber. 

     

    Die zweite Frage hab ich mir ehrlich gesagt noch nie gestellt, denn ich lebe meine Bedürfnisse, bin bei mir und richte mich nicht nach dem "außen". 

  • 27.04.26, 09:04 - Zuletzt bearbeitet 27.04.26, 09:10.

    Hallo Matthias, wenn ich ehrlich sein darf, finde ich es bei der Wortwahl schade, was Du als "viel erreicht" aufzählst: "durchgehalten", "funktioniert", "für andere da gewesen". Natürlich ist Durchhaltevermögen lobenswert; funktionieren allerdings nicht. Für andere da sein, ist gut, wenn das Geben und Nehmen im Ausgleich ist. Und die drei Punkt tragen schon einen erheblichen Teil dazu bei, dass sich manche ab und an oder mehr "verlieren" und an Kraft verlieren, da viele mehr Geben als an Kraft letztendlich zurückkommt. Stimmt der Austausch, gibt einem das Kraft. Funktionieren: lausche mal in Dich hinein, Du bist doch kein Roboter! Man verändert sich auch schlicht im Laufe der Zeit durch Erfahrungen, die man macht. Da passen dann manche Freundschaften nicht mehr oder auch Dinge, für die man mal "gebrannt" hat. Und natürlich gibt es Phasen, Momente, in denen man feststellt, dass vielleicht etwas fehlt oder eben Deine Frage "soll das schon alle gewesen sein". Und ich finde das normal und hilft dabei, zu reflektieren, zu sortieren, sich selbst auch anders zu betrachten bzw. neu zu betrachten. Und oft sind es dann kleine Impulse, wenn man aufmerksam durchs Leben geht, die einem neue Wege bzw. Ziele aufzeigen oder einfach mal eine tiefe Reise zu und in sich selbst und dann kommen leise die Antworten :) Denn, wenn ich daran denke, was in meinem Leben erfolgreich war/ist, dann fallen mir da zuerst meine Kinder ein und dass ich nie aufgegeben habe im Gegensatz zu durchhalten. Ich hoffe, Du verstehst mich hoffentlich richtig und fasst es nicht als Kritik auf, denn das steht mir in keinster Weise zu! Manchmal ändert die Bewertung von Dingen bzw. die Wörter, die man für etwas findet, eine Menge :) Ich wünsche Dir von Herzen alles erdenklich Gute! 

  • 26.04.26, 19:16

    Und wie findet man wieder heraus, was einen wirklich erfüllt?

     

    Alles im Leben hat seinen Preis. Diese Frage hat den der Zeit und Ruhe. Zurückziehen, in sich hineinfühlen, in ganz kleinen Dingen herausfinden, ob man sie wirklich und SO will. Ich habe den Film "Die Braut, die sich nicht traut" nie vergessen. Da gibt es eine Szene, in der er zu ihr sagt, dass sie ja noch einmal weiß, wie sie ihr Frühstücksei will, weil sie sich immer ihren Partnern angepasst hat.

     

    Ich habe vor vielen Jahren mal bei der vhs einen Abendkurs "Inventur im Kleiderschrank" besucht. Danach bin ich nach Hause, habe mir eine Flasche Win aufgemacht, alle Türen des Kleiderschrankes geöffnet und wirklich 3/4 rausgeschmissen. Alles, was mir nicht mehr oder noch nicht passte, alles, was zwickte und kratzte, Farben, die ich eigentlich nicht möchte, Rollkragen, die ich noch nie mochte, usw., alles flog raus. Egal wie teuer, wie toll und wie "aber das kannst du doch nicht", doch, ich konnte! Danach habe ich vieeeel bewusster gekauft.

    Wenn man sich seine Pausen nicht selbst schenkt, dann schenkt einem das Leben eine Pause in Form einer Krankheit, eines Unfalls oder eines anderen Schicksals, vielleicht auch in der Familie. Da kann man dann für eine Zeit lang nicht wie gewohnt funktionieren und dann hat man Zeit.

    Mut heißt nicht, dass man keine Angst hat. Mut heißt, dass man es trotz der Angst tut!

    Vieles lässt sich schon ändern, wenn man mit den Nächsten offen spricht. Ohne Vorwurf, sondern einfach nur über die eigenen Gedanken, die einen da in letzter Zeit immer öfters beschleichen. Und schau genau hin, wie dein Gegenüber reagiert! Kann dein Gegenüber dir ruhig und ohne zu unterbrechen zuhören? Oder beschwichtigt es gleich? Oder hat es gleich Ideen? Oder reagiert es ängstlich und entsetzt? Da beginnt dein Job: Du hast dich dann lediglich mitgeteilt und bist NICHT für die Gefühle deines Gegenübers verantwortlich!

    Meine Tochter und ihr Verlobter haben vor 3 Jahren beide ihre Jobs gekündigt und waren auf Langzeitreisen in einem kleinen selbst ausgebauten Bus bis nach Armenien, Georgien und Nord-Afrika unterwegs. Die haben sich monatelang quasi kaum aus dem Weg gehen können. Sie kamen zurück, haben sich zuerst um ein paar wichtige Dinge gekümmert, haben sich beide neue Jobs gesucht und gefunden und schalten seit dem grundsätzlich privat ihre Handys sehr oft stumm. Sie nutzen ihre Zeit für Gespräche über ihre Bedürfnisse, Wünsche und weiteren Lebenspläne und stimmen sich so immer wieder ab, jedes WE. Der Rest der Familie ist nachrangig, und das ist gut so! Ich wünsche meinem Kind nämlich von Herzen eine gute und stabile Partnerschaft und bin sehr froh, dass die zwei das so jetzt schon 13 Jahre hinkriegen! Und auch ich lerne von ihnen :)

    Ach ja, ich habe mit 55 nochmal einen neuen Job in einer ziemlich neuen Richtung angefangen, das geht!

  • 26.04.26, 16:27

    Vielen Dank euch allen für eure offenen Worte.

     

    Beim Lesen merke ich, dass diese Gedanken offenbar viele irgendwann einmal einholen — nur jeder auf eine andere Weise.

     

    Manche haben den Mut, noch einmal neu anzufangen.
    Andere versuchen eher, im bestehenden Leben wieder mehr Platz für sich selbst zu finden.

     

    Genau das nehme ich aus euren Antworten mit:
    Vielleicht geht es gar nicht immer darum, alles umzuwerfen.
    Manchmal reicht es schon, sich selbst nicht weiter aus dem eigenen Leben zu verlieren.

     

    Das Bild mit dem zerbrochenen Spiegel hat mich deshalb besonders angesprochen.
    Vielleicht entsteht manchmal gerade dort ein neuer Blick auf das eigene Leben, wo etwas nicht mehr ganz glatt ist.

     

    Und vor allem zeigt mir eure Offenheit:
    Mit solchen Gedanken ist man oft weniger allein, als man zunächst glaubt.

     

    Und vielleicht liegt schon in dem Moment, in dem man anfängt ehrlich hinzuschauen, mehr Veränderung, als man zuerst vermutet.
     

    Danke euch dafür.


     

  • 26.04.26, 13:47 - Zuletzt bearbeitet 26.04.26, 13:50.

     

    Vielleicht darf ich es Dir abschließend mit den Worten Gerda Seche's sagen:

     

    Zerbricht den Spiegel - 

    NICHTS

    Macht es der Sonne🌞 aus,

    Die darin einging

    Mit ihrem Licht.

    Selbst die Fragmente genügen. 

    Mehr noch❗️❗️ - DENN

    Alle die kantig gewordenen

    Ränder des Bruchs

    Vervieltausendfachen den Glanz💫🌟✨️.

     

    Alles Liebe 🤲🙇‍♀️

     

  • 26.04.26, 13:27 - Zuletzt bearbeitet 26.04.26, 13:29.

     

    Karin:

    Habt ihr solche Gedanken auch schon erlebt?

     

    Yes, mit 45, Kinder erwachsen und ausgezogen


    Wann habt ihr gemerkt, dass ihr euch selbst im Alltag verloren habt?


    ehrlich gesagt immer wieder


    Und wie findet man wieder heraus, was einen wirklich erfüllt?

     

    Damals bin ich hingesessen mit einem Blatt, was sind meine Stärken, was macht mir Freude, was will ich

     

    Eine Ausbildung gemacht, umgezogen neuer Job und neue Beziehung gestartet…. 
    Hat eine Zeit lang gut funktioniert.

     

    Bei mir hat es nicht gehalten, weil das Leben stets Neues bringt, dass man nicht planen kann.

    Ich stehe wieder an einem Punkt mein Leben wieder komplett neu aufbauen zu müssen. Na dann,

    aufrappeln, Ärmel nach hinten krempeln und einfach machen.

     

    Mit 40 sieht die Welt noch anders aus als mit 50+. Aber es ist nie zu spät. 👍

    Ich habe Anfang 50 auch noch einmal neu angefangen, man findet zu sich selbst zurück und gewinnt etwas aber man verliert auch etwas. 

     

    Wünsche Dir viel Energie und das nötige Quentchen Glück.🌈 

  • 26.04.26, 13:18

    Habt ihr solche Gedanken auch schon erlebt?

     

    Yes, mit 45, Kinder erwachsen und ausgezogen


    Wann habt ihr gemerkt, dass ihr euch selbst im Alltag verloren habt?


    ehrlich gesagt immer wieder


    Und wie findet man wieder heraus, was einen wirklich erfüllt?

     

    Damals bin ich hingesessen mit einem Blatt, was sind meine Stärken, was macht mir Freude, was will ich

     

    Eine Ausbildung gemacht, umgezogen neuer Job und neue Beziehung gestartet…. 
    Hat eine Zeit lang gut funktioniert.

     

    Bei mir hat es nicht gehalten, weil das Leben stets Neues bringt, dass man nicht planen kann.

    Ich stehe wieder an einem Punkt mein Leben wieder komplett neu aufbauen zu müssen. Na dann,

    aufrappeln, Ärmel nach hinten krempeln und einfach machen.

     

  • 26.04.26, 13:17

     

    Siena:

    Hallo Matthias.

     

    Ich versuche hier kurz dir ein paar Gedanken mit zu geben ,da ich hier bei Diskussionen keine guten Erfahrungen gemacht habe .

     

    Von dem was du beschreibst, ich finde es sehr schön das sich scheinbar immer mehr Menschen Gedanken dazu machen .

    Ich finde es ausserst wichtig .

     

    Ich habe seit ich 16 Jahre bin das Gefühl das viele Menschen das Dolche Vita in Deutschland vergessen haben .

    Sie können nur arbeiten .......

     

    Damit meine ich vor allem auch zwischen Menschliche Beziehungen und Freundschaften zu pflegen und sich selbst und eigene Interessen zu pflegen und aus zu bauen .

    Das hat Deutschland vergessen und verlernt .

     

    Mit sich selbst und mit netten Menschen Zeit zu verbringen und sich miteinander auseinander zu setzten ,sich auszutauschen ,was einen bewegt .Bedürfnisse Wünsche Vorstellungen  .....Leidenschaften usw ....

     

    Sich für sich selbst Zeit zu nehmen ,Dinge aus zu probieren.

     

    Dinge hinterfragen Natur und Kultur entdecken ....

    Sich selbst entdecken ... 

     

    Und was ich besonders wichtig finde in Deutschland herrscht so. ein fast schon Glaube ein Mensch kann nur Verantwortung übernehmen und Dinge können und er hat nur eine Daseinsberechtigung  wenn er Klassisch arbeitet und eine Ausbildung oder ein Zertifikat, Studium hat .

     

    Das ist ein fataler Irrglaube weil es nicht stimmt !

    Und ich finde es anmaßend.

     

    Außerdem lässt es sehr vielen hoch Kompetenten Menschen und einer anderen  Form von Leben und Können keinen Platz !

     

    Es gibt Menschen die Autodidaktisch, Lebenspraktisch Lernen die  Innerlich motivierte offen und neugierig sind .

     

    Die Interessen pflegen .sich Können und Kompetenzen über Jahre angeeignet haben ! Autididaktisch heisst auch das man Dinge ausprobiert ob Sie funktionieren oder nicht .

    Was auch heisst das man gewillt ist sich weiter zu bilden .

    Intrinsisch motiviert ist .

     

    Und dann kommt da noch die Prioritäten Setzung dazu 

     

    Zwischen dem was du tust (arbeitest) pflegst du Kontakte zu Freunden und zu Menschen also  dazwischen die dir wichtig sind .

    Die dich bereichern ... 

    Wo es flowt ....

    Ich glaube wenn es flowt dann macht man es so gerne, das man das abwechselt zwischen Arbeiten und sich treffen .

    So gut es geht .

    Weil man es will!

     

    Für mich ist das eine Form von Dolche Vita ,die auch Leistungen erzielen kann. Was auch heisst Wirtschaften und Geld verdienen .

    Weil das geil ist .

    Gesundes Wirtschaften .

     

    In Verbindung damit. das man Gute Kontakte dabei hält und sich auch davon Bereichern lässt, beim arbeiten .

     

    Ich schreibe hier aus eigener gelebter Erfahrung... .. und meinen Visionen ,wie ich es möchte.

    Ich bin selbst Autodidakt.

     

    Ich denke da darf in Deutschland sehr um gedacht werden .

    Ist wahrscheinlich auch mit Anstrengung und Wieder stand verbunden, wie bei jeder Veränderung .

     

    Ich finde es passiert im Schneckentempo 🙈☺️

     

    Und meine Erfahrung ist auch, die jüngere Generation hat auf dieses ungesunde Wirtschaften und leben keine Lust mehr .

    Und ich verstehe es sehr .

     

    Es ist nicht mehr Zeitgemäß und tut nicht gut .

     

    Ich hoffe du kannst damit vielleicht etwas anfangen .

    Jedenfalls will ich dich ermutigen !

     

    Grüße

    Siena 

     

     

     

     

     

     

    ... "kurz ...! Jedenfalls ...! ☝️😅

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