Die heutige Wanderung (14km,90hm) beginnt am Hofgut Neuhof in der Dreieich. Das Hofgut ist eine alte herrschaftliche Domäne, deren Ursprünge sich erstmals im Jahr 1497 urkundlich nachweisen lassen. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde das ruinierte Anwesen im Geiste der Romantik wieder aufgebaut. Es entstand ein Musenhof, der – so heißt es – die „geheime Gesellschaft der Arkadier“ beherbergte.
Der junge Johann Wolfgang von Goethe soll hier um Aufnahme ersucht haben, wurde jedoch von den selbstbewussten Arkadiern abgelehnt. Man munkelte, der Vorsitzende habe um die „Treue“ seiner Frau gefürchtet. Das Hofgut leidet – so die augenzwinkernde Überlieferung – bis heute unter dieser vertanen Chance.
Weiter geht es zur Burg Hayn in der Dreieich. Der Sage nach soll bereits Karl der Große an dieser Stelle ein Jagdhaus errichtet haben, da ihm das Tal des Hengstbachs besonders gefiel. In der Stauferzeit ließ Eberhard von Hagen auf einer kleinen Insel im Hengstbach einen fünfstöckigen Wohnturm errichten. Daraus entwickelte sich die Stammburg der einflussreichen Herren von Hagen-Münzenberg.
Wir folgen dem geheimnisvollen Weg zwischen Stadtmauer und Feenteichen – zu einem sagenumwobenen Ort: Die alten Sühnekreuze könnten hier auf besondere historische Ereignisse hinweisen, vielleicht aber auch als Marker eines besonderen Kraftortes gedeutet werden. Auffällig ist zudem der eigentümliche Wuchs der Bäume entlang dieses Weges.
Anschließend gelangen wir zum Jagdschloss Philippseich, das von einer Nebenlinie der Fürsten von Isenburg in einem barocken Tiergarten errichtet wurde. Da sich das Schloss heute in Privatbesitz befindet, umrunden wir es – ein lohnender Umweg.
Weiter führt uns der Weg zum Ringwäldchen, einem Ausläufer vulkanischen Ursprungs aus dem Vogelsberg. Der alte Schlot regt die Fantasie an – bei meinen Kindern ist dies schlicht der „Dinowald“.
Wir queren den alten Ortskern von Götzenhain und passieren die barocke Kirche, die auf Entwürfe von Balthasar Neumann zurückgehen soll.
Durch Feld und Flur geht es weiter zu einem Aussiedlerhof, der für seinen Kuchen und sein Bauernhofeis bekannt ist. Hier bietet sich eine gemütliche Rast an.
Anschließend folgen wir dem Luderbach zurück zum Ausgangspunkt. Zum Abschluss lädt die Alte Backstube dazu ein, unter alten Apfelbäumen bei einem Glas Wein den Tag ausklingen zu lassen.
Ich freue mich auf Euch.
Liebe Grüße
Robert
Dreieich: Arkadien zwischen Hofgut, Burg und Sühnekreuzen | Wanderung | Komoot