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  • Ist es einer Gesellschaft würdig ...

    Diskussion · 64 Beiträge · 6 Gefällt mir · 848 Aufrufe
    Paul aus Klagenfurt

    ... dass man Menschen bewusst in Notlagen bringt? Dass man Menschen bewusst versklavt, ausgrenzt ... kurz gesagt -  unter einem offiziellen Bekenntnis zu den Menschenrechten (EMRK) entwürdigt? Dies in einem der wohlhabendsten Länder Welt, in dem das oberste Perzentil zwischen 40 und 50 Prozent und das oberste Dezil über 70 bis 80 Prozent des Gesamtvermögens verfügt. Ist das fair? Ist es gerecht? Ist es vorausschauend? Ist es "demokratisch"? Wie hängt diese "soziale Praxis" mit dem Wirtschaftssystem zusammen? In welchem Kontext sind die Menschenrechte von 1948 bzw. 1966 entstanden? Gibt es gesellschaftliche Klassen die aus den Ereignissen des 20. Jahrhunderts tatsächlich keine Lehren gezogen haben? Was ist mit "struktureller Gewalt" gemeint und was passiert, wenn man sie leichtfertig billigt? Was sagt es über uns als Menschen und Gesellschaft aus, wenn wir diese künstlich geschaffenen Verhältnisse tolerieren und uns abwenden. Wenn die einen sich um Genuss, Zerstreuung, Kunst und Kultur kümmern, währen andere untergehen und in allen Bereichen marginalisiert werden? Wenn die einen im Überfluss leben, die meisten in passiver Konformität, aber andere um ihre psychische und physische Unversehrtheit gebracht werden, obwohl es Wege gäbe, sich wie auch Betroffenen, die Würde zu wahren. Was bedeutet die Missachtung von Würde? Und um wessen Würde dreht es sich? Wann endet Frieden? Mit einem offiziellen Kriegseintritt oder bereits zuvor? Was passiert, wenn wir die Liebe aufkündigen? Und vor allem: was tritt an ihrer Stelle zutage? Ist das Recht auf Frieden nicht das grundlegendste Prinzip einer Demokratie? Aus meiner Sicht bedeutet die Erhaltung des Friedens für alle, ebenso den Zugang zu Ressourcen für alle. Ist Frieden nicht auch ein Synonym für Gerechtigkeit?

     

    Wie seht ihr das? Welchen Zugang habt denn ihr zu den Begriffen Liebe, Frieden und Gerechtigkeit? Ist die Armut und Ausgrenzung der einen mit dem Privilegienerhalt der anderen in einer Demokratie gerecht und akzeptabel?

     

     

    https://orf.at/stories/3429152/

    08.05.26, 08:47 - Zuletzt bearbeitet 08.05.26, 09:21.

Beiträge

  •  

    Franz:

     

    Schwarzgelber Mutbürger:

    Wo werden Obdachlose denn gut versorgt? Eine Wohnung ist ein Stück Privatsphäre, aber
    ich kann nicht nachvollziehen warum die Obdachlosen in Graz diese abgelehnt haben...

    Keine Ahnung, aber mal schauen, was ChatGPT für Ideen dazu hat. Oh, das ist aber eine lange Liste geworden:

    "Mögliche Gründe, warum obdachlose Menschen eine Gratis-Wohnung ablehnen könnten:

    • Psychische Erkrankungen oder Traumata, die feste Strukturen schwer machen
    • Suchterkrankungen; Angst vor Regeln oder Kontrollen in Wohnungen/Programmen
    • Misstrauen gegenüber Behörden, Vermietern oder Hilfsorganisationen
    • Einsamkeit in einer Wohnung; auf der Straße besteht oft eine soziale Gemeinschaft
    • Bedingungen der Unterkunft (z. B. kein Alkohol, keine Haustiere, Ausgangsregeln)
    • Schlechte Lage der Wohnung: weit weg von Freunden, Arbeit, Hilfsangeboten
    • Angst vor Verantwortung wie Verträgen, Ordnung, Rechnungen oder Verpflichtungen
    • Frühere negative Erfahrungen mit Heimen oder Wohnungen
    • Fehlende Unterstützung im Alltag (Betreuung, Therapie, Schuldenhilfe)
    • Sicherheitsgefühl paradox auf der Straße höher als in unbekannter Umgebung
    • Wohnung eventuell nur befristet; Angst vor erneutem Verlust
    • Manche lehnen Hilfe generell ab, um Selbstbestimmung zu bewahren

    Obdachlosigkeit ist oft nicht nur ein Wohnungsproblem, sondern auch mit Gesundheit, Sucht, Gewalt­erfahrungen, Armut und sozialer Isolation verbunden."

     

    Die Aussagen von ChatGPT kann ich selbst, so wenig nachvollziehen, aus meiner Sicht ist da viel
    Halluzination dabei, weil die Wohnung ja nur zum Rückzugsort dient, wo sie sicher übernachten
     und eben auch mal Duschen können etc. sie müssen aber nicht den ganzen Tag dort verbringen 😉

  •  

    Maresa:

    Hallo Paul,

    nach Stunden der Abwesenheit habe ich die Kommentare, insbesondere die zu meinen Posts von heute Morgen gelesen: Wenn man bewusst falsch verstanden wird, weil die persönliche Abneigung Mancher ÜBER das Thema gestellt wird, zeugt das von Unreife und ist keine Basis für einen konstruktiven Austausch.

     

    Ich schätze Dich als "glühenden" hochintellektuellen User Deiner "Gesinnung", die aber nicht über Deine Aufgabe als Moderator gestellt sein sollte.

     

    Ich verabschiede mich aus diesem für mich hochspannenden Thema nicht im "Groll", und wünsche uns allen Geschlossenheit als Europäer🙏!

    Grüezi, Baba, Ciao und "Hallo"

    Maresa 🤗 

    Was mich zu der Frage verführt, wo Du dich falsch verstanden fühlst und was Du von einem Moderator erwartest, Du wirst nicht persönlich angegriffen, soll er also deine Ansichten ver-
    teidigen? 

     

    Waldgeist:

     

    Maresa:

    Hallo Paul,

    nach Stunden der Abwesenheit habe ich die Kommentare, insbesondere die zu meinen Posts von heute Morgen gelesen: Wenn man bewusst falsch verstanden wird, weil die persönliche Abneigung Mancher ÜBER das Thema gestellt wird, zeugt das von Unreife und ist keine Basis für einen konstruktiven Austausch.

     

    Ich schätze Dich als "glühenden" hochintellektuellen User Deiner "Gesinnung", was aber nicht über Deine Aufgabe als Moderator gestellt sein sollte.

     

    Ich verabschiede mich aus diesem für mich hochspannenden Thema nicht im "Groll", und wünsche uns allen Geschlossenheit als Europäer🙏!

    Grüezi, Baba, Ciao und "Hallo"

    Maresa 🤗 

    du hast völlig recht Maresa  und ich werde mich dir anschließen und mich von dem eloquenten Paul seiner KI verabschieden ! Politische Diskussionen sind auch nicht erwünscht ! 

    Mit einiger zeitlicher und affektiver Distanz habe ich mir nun die Mühe gemacht, die Reaktionen – insbesondere jene auf meine heutigen Ausführungen – einer erneuten, möglichst unvoreingenommenen Relektüre zu unterziehen. Wenn allerdings argumentative Positionen nicht im Sinne einer ernsthaften dialektischen Auseinandersetzung dekonstruiert, sondern unter bewusster Ausblendung ihres eigentlichen Aussagegehalts fehlattribuiert oder gar intentionell missinterpretiert werden, weil interpersonelle Antipathien offenbar eine höhere Priorität genießen als die Integrität des Diskurses selbst, dann verweist dies meines Erachtens weniger auf intellektuelle Souveränität als vielmehr auf eine gewisse ideologisch affizierte Rezeptionsasymmetrie.


     

    Gerade in einem Raum, der den Anspruch erhebt, pluralistische Debattenkultur zu kultivieren, sollte die Fähigkeit zur Differenzierung nicht der Tendenz zur persönlichen Projektion geopfert werden. Andernfalls degeneriert ein potenziell erkenntnisfördernder Austausch zu einer bloß affirmativen Echokammer wechselseitiger Vorannahmen und habitueller Ressentiments.


     

    Ungeachtet substantieller weltanschaulicher Divergenzen schätze ich Dich nach wie vor als außerordentlich artikulationsstarken, analytisch präzisen und intellektuell ambitionierten Repräsentanten Deiner politischen beziehungsweise philosophischen Grundhaltung. Umso essenzieller erscheint mir allerdings die Wahrung jener professionellen Äquidistanz, die eine moderative Funktion ihrem Wesen nach voraussetzen sollte – insbesondere dann, wenn die Grenze zwischen persönlicher Überzeugung und institutioneller Verantwortung zu verschwimmen beginnt.


     

    Ich ziehe mich aus diesem für mich in vielerlei Hinsicht außerordentlich stimulierenden Diskursraum keineswegs im Modus des Ressentiments zurück, sondern vielmehr in der Hoffnung, dass trotz aller ideologischen Fragmentierungen und identitätspolitischen Zentrifugalkräfte zumindest ein residualer europäischer Konsens erhalten bleibt: jener eines zivilisierten, respektgetragenen und nicht vollständig tribalisierten Miteinanders.


    Grüezi, Servus, Baba, Ciao, Adieu, Au revoir, Goodbye, Farewell, Hasta luego, Adiós, Adeus, Arrivederci, Doviđenja, Zbogom, Nasvidenje, Do svidaniya, Do widzenia, Viszlát, Na shledanou, Ahoj, Tot ziens, Hej då, Farvel, Ha det, Näkemiin, Tchau, Selamat tinggal, Sawubona, Shalom, Ma’a salama, Sayōnara, Annyeong, Zàijiàn, Khodahafez, Slán, Vale, Yassou, Aloha , und Lei Lei 🙋‍♂️


     



    Witzig, dass Du mit einem KI generierten Text intellektuell wirken willst, wahrlich intelligente
    Menschen würden sich aber so ausdrücken, dass jede/r sie versteht😉

  • 09.05.26, 08:31

     

    Schwarzgelber Mutbürger:

    Wo werden Obdachlose denn gut versorgt? Eine Wohnung ist ein Stück Privatsphäre, aber
    ich kann nicht nachvollziehen warum die Obdachlosen in Graz diese abgelehnt haben...

    Keine Ahnung, aber mal schauen, was ChatGPT für Ideen dazu hat. Oh, das ist aber eine lange Liste geworden:

    "Mögliche Gründe, warum obdachlose Menschen eine Gratis-Wohnung ablehnen könnten:

    • Psychische Erkrankungen oder Traumata, die feste Strukturen schwer machen
    • Suchterkrankungen; Angst vor Regeln oder Kontrollen in Wohnungen/Programmen
    • Misstrauen gegenüber Behörden, Vermietern oder Hilfsorganisationen
    • Einsamkeit in einer Wohnung; auf der Straße besteht oft eine soziale Gemeinschaft
    • Bedingungen der Unterkunft (z. B. kein Alkohol, keine Haustiere, Ausgangsregeln)
    • Schlechte Lage der Wohnung: weit weg von Freunden, Arbeit, Hilfsangeboten
    • Angst vor Verantwortung wie Verträgen, Ordnung, Rechnungen oder Verpflichtungen
    • Frühere negative Erfahrungen mit Heimen oder Wohnungen
    • Fehlende Unterstützung im Alltag (Betreuung, Therapie, Schuldenhilfe)
    • Sicherheitsgefühl paradox auf der Straße höher als in unbekannter Umgebung
    • Wohnung eventuell nur befristet; Angst vor erneutem Verlust
    • Manche lehnen Hilfe generell ab, um Selbstbestimmung zu bewahren

    Obdachlosigkeit ist oft nicht nur ein Wohnungsproblem, sondern auch mit Gesundheit, Sucht, Gewalt­erfahrungen, Armut und sozialer Isolation verbunden."

     

  • 09.05.26, 05:11

    Ich glaube, eine Gesellschaft verliert sich dort, wo Menschen anfangen wegzusehen.
    Liebe, Frieden und Gerechtigkeit bedeuten für mich, dass niemand das Gefühl haben sollte, weniger wert zu sein als andere 🌍✨

  • 09.05.26, 01:01 - Zuletzt bearbeitet 09.05.26, 01:01.

     

    Waldgeist:

     

    Maresa:

    Hallo Paul,

    nach Stunden der Abwesenheit habe ich die Kommentare, insbesondere die zu meinen Posts von heute Morgen gelesen: Wenn man bewusst falsch verstanden wird, weil die persönliche Abneigung Mancher ÜBER das Thema gestellt wird, zeugt das von Unreife und ist keine Basis für einen konstruktiven Austausch.

     

    Ich schätze Dich als "glühenden" hochintellektuellen User Deiner "Gesinnung", was aber nicht über Deine Aufgabe als Moderator gestellt sein sollte.

     

    Ich verabschiede mich aus diesem für mich hochspannenden Thema nicht im "Groll", und wünsche uns allen Geschlossenheit als Europäer🙏!

    Grüezi, Baba, Ciao und "Hallo"

    Maresa 🤗 

    du hast völlig recht Maresa  und ich werde mich dir anschließen und mich von dem eloquenten Paul seiner KI verabschieden ! Politische Diskussionen sind auch nicht erwünscht ! 

    Mit einiger zeitlicher und affektiver Distanz habe ich mir nun die Mühe gemacht, die Reaktionen – insbesondere jene auf meine heutigen Ausführungen – einer erneuten, möglichst unvoreingenommenen Relektüre zu unterziehen. Wenn allerdings argumentative Positionen nicht im Sinne einer ernsthaften dialektischen Auseinandersetzung dekonstruiert, sondern unter bewusster Ausblendung ihres eigentlichen Aussagegehalts fehlattribuiert oder gar intentionell missinterpretiert werden, weil interpersonelle Antipathien offenbar eine höhere Priorität genießen als die Integrität des Diskurses selbst, dann verweist dies meines Erachtens weniger auf intellektuelle Souveränität als vielmehr auf eine gewisse ideologisch affizierte Rezeptionsasymmetrie.


     

    Gerade in einem Raum, der den Anspruch erhebt, pluralistische Debattenkultur zu kultivieren, sollte die Fähigkeit zur Differenzierung nicht der Tendenz zur persönlichen Projektion geopfert werden. Andernfalls degeneriert ein potenziell erkenntnisfördernder Austausch zu einer bloß affirmativen Echokammer wechselseitiger Vorannahmen und habitueller Ressentiments.


     

    Ungeachtet substantieller weltanschaulicher Divergenzen schätze ich Dich nach wie vor als außerordentlich artikulationsstarken, analytisch präzisen und intellektuell ambitionierten Repräsentanten Deiner politischen beziehungsweise philosophischen Grundhaltung. Umso essenzieller erscheint mir allerdings die Wahrung jener professionellen Äquidistanz, die eine moderative Funktion ihrem Wesen nach voraussetzen sollte – insbesondere dann, wenn die Grenze zwischen persönlicher Überzeugung und institutioneller Verantwortung zu verschwimmen beginnt.


     

    Ich ziehe mich aus diesem für mich in vielerlei Hinsicht außerordentlich stimulierenden Diskursraum keineswegs im Modus des Ressentiments zurück, sondern vielmehr in der Hoffnung, dass trotz aller ideologischen Fragmentierungen und identitätspolitischen Zentrifugalkräfte zumindest ein residualer europäischer Konsens erhalten bleibt: jener eines zivilisierten, respektgetragenen und nicht vollständig tribalisierten Miteinanders.


    Grüezi, Servus, Baba, Ciao, Adieu, Au revoir, Goodbye, Farewell, Hasta luego, Adiós, Adeus, Arrivederci, Doviđenja, Zbogom, Nasvidenje, Do svidaniya, Do widzenia, Viszlát, Na shledanou, Ahoj, Tot ziens, Hej då, Farvel, Ha det, Näkemiin, Tchau, Selamat tinggal, Sawubona, Shalom, Ma’a salama, Sayōnara, Annyeong, Zàijiàn, Khodahafez, Slán, Vale, Yassou, Aloha , Baba und Lei Lei 🙋‍♂️


     

    Ich like Deinen Beitrag ausdrücklich NICHT mit einem schnöden 👍, weil Du Dich vollumfänglich MEINER Meinung anschließt 🙄, sondern weil Du DEN ....Mut inne hast!

     

    Es sollte ein schöner europäischer Gruß erfunden werden 🇪🇺❗️🤗

    Maresa 

  • 09.05.26, 00:48 - Zuletzt bearbeitet 09.05.26, 00:53.

     

    Maresa:

    Hallo Paul,

    nach Stunden der Abwesenheit habe ich die Kommentare, insbesondere die zu meinen Posts von heute Morgen gelesen: Wenn man bewusst falsch verstanden wird, weil die persönliche Abneigung Mancher ÜBER das Thema gestellt wird, zeugt das von Unreife und ist keine Basis für einen konstruktiven Austausch.

     

    Ich schätze Dich als "glühenden" hochintellektuellen User Deiner "Gesinnung", was aber nicht über Deine Aufgabe als Moderator gestellt sein sollte.

     

    Ich verabschiede mich aus diesem für mich hochspannenden Thema nicht im "Groll", und wünsche uns allen Geschlossenheit als Europäer🙏!

    Grüezi, Baba, Ciao und "Hallo"

    Maresa 🤗 

    du hast völlig recht Maresa  und ich werde mich dir anschließen und mich von dem eloquenten Paul seiner KI verabschieden ! Politische Diskussionen sind auch nicht erwünscht ! 

    Mit einiger zeitlicher und affektiver Distanz habe ich mir nun die Mühe gemacht, die Reaktionen – insbesondere jene auf meine heutigen Ausführungen – einer erneuten, möglichst unvoreingenommenen Relektüre zu unterziehen. Wenn allerdings argumentative Positionen nicht im Sinne einer ernsthaften dialektischen Auseinandersetzung dekonstruiert, sondern unter bewusster Ausblendung ihres eigentlichen Aussagegehalts fehlattribuiert oder gar intentionell missinterpretiert werden, weil interpersonelle Antipathien offenbar eine höhere Priorität genießen als die Integrität des Diskurses selbst, dann verweist dies meines Erachtens weniger auf intellektuelle Souveränität als vielmehr auf eine gewisse ideologisch affizierte Rezeptionsasymmetrie.


     

    Gerade in einem Raum, der den Anspruch erhebt, pluralistische Debattenkultur zu kultivieren, sollte die Fähigkeit zur Differenzierung nicht der Tendenz zur persönlichen Projektion geopfert werden. Andernfalls degeneriert ein potenziell erkenntnisfördernder Austausch zu einer bloß affirmativen Echokammer wechselseitiger Vorannahmen und habitueller Ressentiments.


     

    Ungeachtet substantieller weltanschaulicher Divergenzen schätze ich Dich nach wie vor als außerordentlich artikulationsstarken, analytisch präzisen und intellektuell ambitionierten Repräsentanten Deiner politischen beziehungsweise philosophischen Grundhaltung. Umso essenzieller erscheint mir allerdings die Wahrung jener professionellen Äquidistanz, die eine moderative Funktion ihrem Wesen nach voraussetzen sollte – insbesondere dann, wenn die Grenze zwischen persönlicher Überzeugung und institutioneller Verantwortung zu verschwimmen beginnt.


     

    Ich ziehe mich aus diesem für mich in vielerlei Hinsicht außerordentlich stimulierenden Diskursraum keineswegs im Modus des Ressentiments zurück, sondern vielmehr in der Hoffnung, dass trotz aller ideologischen Fragmentierungen und identitätspolitischen Zentrifugalkräfte zumindest ein residualer europäischer Konsens erhalten bleibt: jener eines zivilisierten, respektgetragenen und nicht vollständig tribalisierten Miteinanders.


    Grüezi, Servus, Baba, Ciao, Adieu, Au revoir, Goodbye, Farewell, Hasta luego, Adiós, Adeus, Arrivederci, Doviđenja, Zbogom, Nasvidenje, Do svidaniya, Do widzenia, Viszlát, Na shledanou, Ahoj, Tot ziens, Hej då, Farvel, Ha det, Näkemiin, Tchau, Selamat tinggal, Sawubona, Shalom, Ma’a salama, Sayōnara, Annyeong, Zàijiàn, Khodahafez, Slán, Vale, Yassou, Aloha , und Lei Lei 🙋‍♂️


     

  • 09.05.26, 00:31 - Zuletzt bearbeitet 09.05.26, 01:05.

    Hallo Paul,

    nach Stunden der Abwesenheit habe ich die Kommentare, insbesondere die zu meinen Posts von heute Morgen gelesen: Wenn man bewusst falsch verstanden wird, weil die persönliche Abneigung Mancher ÜBER das Thema gestellt wird, zeugt das von Unreife und ist keine Basis für einen konstruktiven Austausch.

     

    Ich schätze Dich als "glühenden" hochintellektuellen User Deiner "Gesinnung", die aber nicht über Deine Aufgabe als Moderator gestellt sein sollte.

     

    Ich verabschiede mich aus diesem für mich hochspannenden Thema nicht im "Groll", und wünsche uns allen Geschlossenheit als Europäer🙏!

    Grüezi, Baba, Ciao und "Hallo"

    Maresa 🤗 

  •  

    Waldgeist:

     

    Paul:

     

    Ja, aber es geht mir um die Dimension und dass es in dieser Größe nicht zufällig mit der "Sozialen Marktwirtschaft" korrespondiert. Dass du alles beantragen und bewilligen lassen musst, obwohl aus Menschenrechtsperspektive vieles  - Wohnen, Bildung, Pensionen, Gesundheitsversorgung, adäquate Pflege ... - selbstverständlich sein müsste. In einem Klassen- und Konkurrenzsystem erschließt es sich mir durchaus, wieso alles knapp und begrenzt sein muss. Man kann es provozieren - also steuern - ob Menschen über ihre Belastungsgrenzen hinausgehen müssen oder nicht. Wiederum die Care-Berufe!

    Es lässt sich in den unterschiedlichsten Bereichen sehr wohl erfassen. Lt. AK gibt es in Österreich beispielsweise weit jenseits der 100-tausender Grenze Menschen die Vollzeit arbeiten, aber über viel zu geringe Einkünfte verfügen um damit durchzukommen. Es gibt Branchen die von Haus aus Kollektivverträge haben, wo die Gewerkschaften weggesehen haben. Wie lässt sich das mit "europäischen Werten" verbinden? 😄 Locker! Es verhält sich halt auf Wunsch einer radikalisierten Wirtschaft diametral zu den offiziellen Sprachregelungen oder ist in ihnen angepasst. 

    Wieso Kur nutzlos sein soll, erschließt sich mir überhaupt nicht. 

    Der Begriff "arbeitslos" ist Newspeak! Er hat sich durch ein Framing in den Köpfen der Menschen  aus der Arbeiter :innen-Bewegung erhalten und in ihnen abgesetzt. Wir müssten vor allem heute tatsächlich darauf bestehen arbeits- aber nicht einkommenslos zu werden. Welchen Zweck hat oder sollte technischer Fortschritt sonst haben, als wie jedem von uns die mühevolle Arbeit zu verringern?

     

    Ja, Menschen arbeiten sehr gerne, obwohl einem bürgerlich-traditionellen Denkmuster bzw. Menschenbild entsprechend, Erwerbs-, insbesondere Lohnabhängige, stets Faulheit und Arbeitswiderwillgkeit unterstellt wird. 

     

    Dies liegt der Absicht zugrunde, so lange und so intensiv wie möglich auf deren Arbeitskraft zugreifen zu können. Selbst dann, wenn es objektiv gesehen aus volkswirtschaftlichen Gründen keinen Grund dafür gibt. Unternehmer und Investoren wollen profitieren.

     

    Menschen wollen in ihrer Arbeit Sinn finden! Schlecht ist es, wenn Erwerbsarbeit zur alleinigen Sinnstiftung wird und vor allem, weil man ihr aus Zweck und Not nachgehen soll. Aus bürgerlichen Idealen heraus am besten 24/7 und womöglich bis zum 70sten Lebensjahr. So, wie man es bereits in Deutschland offen gegenüber der Bevölkerung auszusprechen wagt. Die französische Bevölkerung spielt da nicht so ohneweiteres mit.

     

    Unternehmen sind natürlich auch gevieft und präsentieren sich sehr oft als "Familie". Verfügt man über ein intellektbefreites Alltagsbewusstsein funktioniert das sogar bei vielen, die letztendlich nicht mehr zwischen eigener Familie und Firmenfamilie differenzieren können.

    Arbeiten gehen Menschen - ich spreche vom Erwerb -  grundsätzlich fast ausnahmslos aus jenem Grund, das es - im Unterschied zu einer wohlhabenden oder reichen Person - bei ihnen nichts bis kaum etwas zu verwerten gibt, von dem sie sonst leben können. Punkt! 

     

    Sind die Vermögenserträge von jemanden niedriger als die Lebenskosten, ist man vom Erwerb - also den Austausch von Arbeit gegen Geld - abhängig! Punkt. Im aktuellen System zahlt jeder (!) in dieser Lage prinzipiell drauf. Außerdem sitzt man stets auf einem Katapult, dass von den Unternehmen respektive Investoren gesteuert wird. 

     

    Sind deine Vermögenserträge höher als die Lebenserhaltungskosten, wächst in der Regel dein Vermögen laufend, weil du dir von Lohnabhängigen - in der einen oder anderen Weise - ständig einen Teil ihrer Arbeitsleistung aneignest. (Mehrwert) Diejenigen die das betrifft, bilden sich so lange ein von diesem System zu profitieren, bis das System deine wie meine Lebensgrundlage - unsere Umwelt - zerstört hat. 

    Viele werden jetzt darauf bestehen, dass aber doch noch eine "Mittelklasse" gibt. In deren Auffassung der Mittelklasse ist diese gerade im Begriff auszusterben.

    Nach meinem Verständnis gibt es ohnehin, wie eh und je, zwei Klassen: 

    Die Arbeiterklasse:  sie müssen die Arbeit verrichten 

    Und die Mittelklasse: sie verfügt über die Mittel andere für sich arbeiten zu lassen

     

    Wenn es zu wenige Physiotherapeuten, Ärzte etc. gibt, sind das klassische Aufgaben eines demokratischen Staates und sollten daher nicht von einem profitorentierten Unternehmertum bespielt werden. Die Situation bezüglich Vertragsärzt :innen  und Wahlärzt :innen ist ein Kind des Liberalismus. Nicht einmal die Konservativen sind so blöd, dem freien Lauf zu lassen!

    Ja, ich wünsche mir, dass der technologischen Entwicklungen Rechnung getragen wird und sich Erwerbsarbeitszeit verkürzt. Das wird im produktiven Bereich leichter sein, als im reproduktiven. Aber schließlich gibt es ja die Möglichkeit, die Arbeit auf mehrere Schultern zu verteilen. 

     

    Jedem von uns steht - aufgrund vorhandener moderner Technologie - eine staatliche, erwerbsunabhängige Dividende, jedenfalls aber kostenlose Leistungen, zu! Wohnen, Energie, Mobilität, Gesundheit, Pflege, Bildung ... das geht nur, wenn wir uns alle grundsätzlich als Gleichwertige anerkennen! Dann haben wir die Wettbewerbs-, Wachstums- und Leistungsgesellschaft (tatsächlich leben wir in einer Erfolgsgesellschaft) überwunden. Das wäre nach meinen Vorstellungen Demokratie!

     


    Ich verstehe den Grundgedanken durchaus, vor allem dort, wo es um menschenwürdige Versorgung, leistbares Wohnen, Gesundheitsversorgung oder die Überlastung vieler Arbeitnehmer geht. Auch die Kritik daran, dass technischer Fortschritt oft nicht zu mehr Freizeit oder Lebensqualität führt, sondern lediglich Produktivität und Gewinn steigert, ist nicht völlig unbegründet.


     

    Trotzdem halte ich manche Schlussfolgerungen für zu pauschal. Denn sobald man jede Form von Unternehmertum oder Leistungsprinzip grundsätzlich als Ausbeutung definiert, blendet man aus, dass Wohlstand, Innovation und auch unser Sozialstaat überhaupt erst durch produktive Arbeit, Risiko und wirtschaftliche Leistung finanziert werden müssen.


     

    Gerade im Gesundheits- oder Pflegebereich sieht man ja, dass nicht automatisch alles besser funktioniert, nur weil der Staat zuständig ist. Bürokratie, Ineffizienz und Personalmangel existieren dort genauso. Das Problem scheint mir weniger „der Kapitalismus“ an sich zu sein, sondern eher ein Ungleichgewicht zwischen sozialer Verantwortung, wirtschaftlichen Interessen und politischer Steuerung.


     

    Und ja: Menschen sollen nicht nur funktionieren, sondern sinnvoll leben können. Aber gleichzeitig darf man auch nicht ignorieren, dass es Unterschiede zwischen Menschen gibt — bei Einsatz, Verantwortung, Risikobereitschaft und Leistungswillen. Ein System, das jede Eigenleistung relativiert und primär auf Umverteilung basiert, verliert langfristig ebenfalls seine Stabilität und Akzeptanz.


     

    Ich glaube daher eher an eine soziale Marktwirtschaft mit klaren Grenzen und fairen Regeln — nicht an ein System, das Leistung grundsätzlich misstrauisch betrachtet oder wirtschaftliche Abhängigkeiten nur als Unterdrückung interpretiert.


     

    Du betonst den Leistungsgedanken und forderst klare und faire Regeln, wie aber passen 
    die Zunahme der Ungleichheit in diese Credo? CEOs gewinnen, Beschäftigte verlieren | Oxfam Deutschland Soziale Marktwirtschaft

     💡 Der Grundgedanke In der Sozialen Marktwirtschaft werden die Kräfte des Gewinnstrebens mobilisiert und für das Gemeinwohl nutzbar gemacht. Dazu korrigiert der Staat gesellschaftlich unerwünschte Auswirkungen eines freien Marktes, etwa durch Wettbewerbsregeln und Sozialgesetze, die derzeitige Ungleichheit gefährdet aber die Demokratie Bericht zur sozialen Ungleichheit 2026 | Oxfam Deutschland

     

  • 08.05.26, 21:35

     

    Paul:

     

    Franz:

    Ein Sozialsystem ist in jedem politischen System nötig.

    Schwere Krankheiten und Unfälle wird es "immer" geben, die Menschen aus der regulären Erwerbstätigkeit werfen können.

    In wie weit "der Staat" jedoch selber dafür sorgt, dass das Sozialsystem mit entsprechend Bedürftigen "versorgt" wird, kann ich nicht einschätzen.

     

    Gerade wird in Österreich angedacht, das "Kur-System" einzuschränken.

    Sehr gute Idee! Denn es ist mehr oder weniger nutzlos im Sinne der Gesunderhaltung.

    Aber andererseits, wie viele Menschen arbeiten in diesem Kur-System, die dann teilweise arbeitslos werden? Aber es gibt sowieso zuwenig Ärzte, Pflegekräfte, Physiotherapeuten etc. Arbeitslosigkeit ist also nicht zu befürchen. Aber die Umwegrentabilität! Ich höre schon die Wirten in den Orten schreien, wo Kuranstalten geschlossen werden sollen. 

    Ja, aber es geht mir um die Dimension und dass es in dieser Größe nicht zufällig mit der "Sozialen Marktwirtschaft" korrespondiert. Dass du alles beantragen und bewilligen lassen musst, obwohl aus Menschenrechtsperspektive vieles  - Wohnen, Bildung, Pensionen, Gesundheitsversorgung, adäquate Pflege ... - selbstverständlich sein müsste. In einem Klassen- und Konkurrenzsystem erschließt es sich mir durchaus, wieso alles knapp und begrenzt sein muss. Man kann es provozieren - also steuern - ob Menschen über ihre Belastungsgrenzen hinausgehen müssen oder nicht. Wiederum die Care-Berufe!

    Es lässt sich in den unterschiedlichsten Bereichen sehr wohl erfassen. Lt. AK gibt es in Österreich beispielsweise weit jenseits der 100-tausender Grenze Menschen die Vollzeit arbeiten, aber über viel zu geringe Einkünfte verfügen um damit durchzukommen. Es gibt Branchen die von Haus aus Kollektivverträge haben, wo die Gewerkschaften weggesehen haben. Wie lässt sich das mit "europäischen Werten" verbinden? 😄 Locker! Es verhält sich halt auf Wunsch einer radikalisierten Wirtschaft diametral zu den offiziellen Sprachregelungen oder ist in ihnen angepasst. 

    Wieso Kur nutzlos sein soll, erschließt sich mir überhaupt nicht. 

    Der Begriff "arbeitslos" ist Newspeak! Er hat sich durch ein Framing in den Köpfen der Menschen  aus der Arbeiter :innen-Bewegung erhalten und in ihnen abgesetzt. Wir müssten vor allem heute tatsächlich darauf bestehen arbeits- aber nicht einkommenslos zu werden. Welchen Zweck hat oder sollte technischer Fortschritt sonst haben, als wie jedem von uns die mühevolle Arbeit zu verringern?

     

    Ja, Menschen arbeiten sehr gerne, obwohl einem bürgerlich-traditionellen Denkmuster bzw. Menschenbild entsprechend, Erwerbs-, insbesondere Lohnabhängige, stets Faulheit und Arbeitswiderwillgkeit unterstellt wird. 

     

    Dies liegt der Absicht zugrunde, so lange und so intensiv wie möglich auf deren Arbeitskraft zugreifen zu können. Selbst dann, wenn es objektiv gesehen aus volkswirtschaftlichen Gründen keinen Grund dafür gibt. Unternehmer und Investoren wollen profitieren.

     

    Menschen wollen in ihrer Arbeit Sinn finden! Schlecht ist es, wenn Erwerbsarbeit zur alleinigen Sinnstiftung wird und vor allem, weil man ihr aus Zweck und Not nachgehen soll. Aus bürgerlichen Idealen heraus am besten 24/7 und womöglich bis zum 70sten Lebensjahr. So, wie man es bereits in Deutschland offen gegenüber der Bevölkerung auszusprechen wagt. Die französische Bevölkerung spielt da nicht so ohneweiteres mit.

     

    Unternehmen sind natürlich auch gevieft und präsentieren sich sehr oft als "Familie". Verfügt man über ein intellektbefreites Alltagsbewusstsein funktioniert das sogar bei vielen, die letztendlich nicht mehr zwischen eigener Familie und Firmenfamilie differenzieren können.

    Arbeiten gehen Menschen - ich spreche vom Erwerb -  grundsätzlich fast ausnahmslos aus jenem Grund, das es - im Unterschied zu einer wohlhabenden oder reichen Person - bei ihnen nichts bis kaum etwas zu verwerten gibt, von dem sie sonst leben können. Punkt! 

     

    Sind die Vermögenserträge von jemanden niedriger als die Lebenskosten, ist man vom Erwerb - also den Austausch von Arbeit gegen Geld - abhängig! Punkt. Im aktuellen System zahlt jeder (!) in dieser Lage prinzipiell drauf. Außerdem sitzt man stets auf einem Katapult, dass von den Unternehmen respektive Investoren gesteuert wird. 

     

    Sind deine Vermögenserträge höher als die Lebenserhaltungskosten, wächst in der Regel dein Vermögen laufend, weil du dir von Lohnabhängigen - in der einen oder anderen Weise - ständig einen Teil ihrer Arbeitsleistung aneignest. (Mehrwert) Diejenigen die das betrifft, bilden sich so lange ein von diesem System zu profitieren, bis das System deine wie meine Lebensgrundlage - unsere Umwelt - zerstört hat. 

    Viele werden jetzt darauf bestehen, dass aber doch noch eine "Mittelklasse" gibt. In deren Auffassung der Mittelklasse ist diese gerade im Begriff auszusterben.

    Nach meinem Verständnis gibt es ohnehin, wie eh und je, zwei Klassen: 

    Die Arbeiterklasse:  sie müssen die Arbeit verrichten 

    Und die Mittelklasse: sie verfügt über die Mittel andere für sich arbeiten zu lassen

     

    Wenn es zu wenige Physiotherapeuten, Ärzte etc. gibt, sind das klassische Aufgaben eines demokratischen Staates und sollten daher nicht von einem profitorentierten Unternehmertum bespielt werden. Die Situation bezüglich Vertragsärzt :innen  und Wahlärzt :innen ist ein Kind des Liberalismus. Nicht einmal die Konservativen sind so blöd, dem freien Lauf zu lassen!

    Ja, ich wünsche mir, dass der technologischen Entwicklungen Rechnung getragen wird und sich Erwerbsarbeitszeit verkürzt. Das wird im produktiven Bereich leichter sein, als im reproduktiven. Aber schließlich gibt es ja die Möglichkeit, die Arbeit auf mehrere Schultern zu verteilen. 

     

    Jedem von uns steht - aufgrund vorhandener moderner Technologie - eine staatliche, erwerbsunabhängige Dividende, jedenfalls aber kostenlose Leistungen, zu! Wohnen, Energie, Mobilität, Gesundheit, Pflege, Bildung ... das geht nur, wenn wir uns alle grundsätzlich als Gleichwertige anerkennen! Dann haben wir die Wettbewerbs-, Wachstums- und Leistungsgesellschaft (tatsächlich leben wir in einer Erfolgsgesellschaft) überwunden. Das wäre nach meinen Vorstellungen Demokratie!

     


    Ich verstehe den Grundgedanken durchaus, vor allem dort, wo es um menschenwürdige Versorgung, leistbares Wohnen, Gesundheitsversorgung oder die Überlastung vieler Arbeitnehmer geht. Auch die Kritik daran, dass technischer Fortschritt oft nicht zu mehr Freizeit oder Lebensqualität führt, sondern lediglich Produktivität und Gewinn steigert, ist nicht völlig unbegründet.


     

    Trotzdem halte ich manche Schlussfolgerungen für zu pauschal. Denn sobald man jede Form von Unternehmertum oder Leistungsprinzip grundsätzlich als Ausbeutung definiert, blendet man aus, dass Wohlstand, Innovation und auch unser Sozialstaat überhaupt erst durch produktive Arbeit, Risiko und wirtschaftliche Leistung finanziert werden müssen.


     

    Gerade im Gesundheits- oder Pflegebereich sieht man ja, dass nicht automatisch alles besser funktioniert, nur weil der Staat zuständig ist. Bürokratie, Ineffizienz und Personalmangel existieren dort genauso. Das Problem scheint mir weniger „der Kapitalismus“ an sich zu sein, sondern eher ein Ungleichgewicht zwischen sozialer Verantwortung, wirtschaftlichen Interessen und politischer Steuerung.


     

    Und ja: Menschen sollen nicht nur funktionieren, sondern sinnvoll leben können. Aber gleichzeitig darf man auch nicht ignorieren, dass es Unterschiede zwischen Menschen gibt — bei Einsatz, Verantwortung, Risikobereitschaft und Leistungswillen. Ein System, das jede Eigenleistung relativiert und primär auf Umverteilung basiert, verliert langfristig ebenfalls seine Stabilität und Akzeptanz.


     

    Ich glaube daher eher an eine soziale Marktwirtschaft mit klaren Grenzen und fairen Regeln — nicht an ein System, das Leistung grundsätzlich misstrauisch betrachtet oder wirtschaftliche Abhängigkeiten nur als Unterdrückung interpretiert.


     

  •  

    Franz:

     

    Schwarzgelber Mutbürger:

    Selbst wenn jede/r seinen Traumjob bekommt, wer macht dann die "Schei...jobs" und 
    müssen die dann deswegen in Armut, 60% des Medianlohns leben? 

    Bei Obdachlosen gibt es die Initiative "Housing first", die darauf setzt ihnen zuerst eine
    Bleibe zu ermöglichen um sich dann mit den anderen Problemen mit denen sie beschäf-
    tigt sind zu kümmern, 

     

    60% des Medianlohns ist die Armutsgefährdungsgrenze, nicht die Armutsgrenze. Die Armutsgefährdungsgrenze ist in Österreich 1800 Euro netto für einen Singlehaushalt und 2700 Euro netto für einen Haushalt mit zwei Erwachsenen. Sozialleistungen sind hier inkludiert. Meiner Meinung nach ist das nicht wenig.

     

    Der Medianlohn als Maßstab ist aber mehr oder weniger ungeeignet zur Einschätzung von Armutsgefährdung. Gedankenspiel: Selbst wenn die Gehaltsspanne zwischen 4000 und 5000 Euro liegen würde, würde es immer noch Armutsgefährdete geben.

     

    Die kommunistische Bürgermeisterin der Stadt Graz hat es geschafft, allen Obdachlosen eine kostenlose Unterkunft anzubieten. Nicht alle haben sie angenommen. Nicht wenige bevorzugen es, auf der Straße zu leben und nicht in einer Kleinwohnung. Sie werden gut versorgt - wenn sie es wollen.

     

     

    Schon klar, dass je höher die Löhne steigen, umso höher diese Armutsgefährdungsgrenze, 
    aber die Lebenshaltungskosten steigen ja auch und man soll ja auch für das Alter vorsorgen, 

    von daher ist es aus meiner Sicht auch eine Abbildung des gesellschaftlichen Wohlstandes?

    Wo werden Obdachlose denn gut versorgt? Eine Wohnung ist ein Stück Privatsphäre, aber
    ich kann nicht nachvollziehen warum die Obdachlosen in Graz diese abgelehnt haben...

  • 08.05.26, 21:18 - Zuletzt bearbeitet 08.05.26, 21:34.

     

    Franz:

    Ein Sozialsystem ist in jedem politischen System nötig.

    Schwere Krankheiten und Unfälle wird es "immer" geben, die Menschen aus der regulären Erwerbstätigkeit werfen können.

    In wie weit "der Staat" jedoch selber dafür sorgt, dass das Sozialsystem mit entsprechend Bedürftigen "versorgt" wird, kann ich nicht einschätzen.

     

    Gerade wird in Österreich angedacht, das "Kur-System" einzuschränken.

    Sehr gute Idee! Denn es ist mehr oder weniger nutzlos im Sinne der Gesunderhaltung.

    Aber andererseits, wie viele Menschen arbeiten in diesem Kur-System, die dann teilweise arbeitslos werden? Aber es gibt sowieso zuwenig Ärzte, Pflegekräfte, Physiotherapeuten etc. Arbeitslosigkeit ist also nicht zu befürchen. Aber die Umwegrentabilität! Ich höre schon die Wirten in den Orten schreien, wo Kuranstalten geschlossen werden sollen. 

    Ja, aber es geht mir um die Dimension und dass es in dieser Größe nicht zufällig mit der "Sozialen Marktwirtschaft" korrespondiert. Dass du alles beantragen und bewilligen lassen musst, obwohl aus Menschenrechtsperspektive vieles  - Wohnen, Bildung, Pensionen, Gesundheitsversorgung, adäquate Pflege ... - selbstverständlich sein müsste. In einem Klassen- und Konkurrenzsystem erschließt es sich mir durchaus, wieso alles knapp und begrenzt sein muss. Man kann es provozieren - also steuern - ob Menschen über ihre Belastungsgrenzen hinausgehen müssen oder nicht. Wiederum die Care-Berufe!

    Es lässt sich in den unterschiedlichsten Bereichen sehr wohl erfassen. Lt. AK gibt es in Österreich beispielsweise weit jenseits der 100-tausender Grenze Menschen die Vollzeit arbeiten, aber über viel zu geringe Einkünfte verfügen um damit durchzukommen. Es gibt Branchen die von Haus aus Kollektivverträge haben, wo die Gewerkschaften weggesehen haben. Wie lässt sich das mit "europäischen Werten" verbinden? 😄 Locker! Es verhält sich halt auf Wunsch einer radikalisierten Wirtschaft diametral zu den offiziellen Sprachregelungen oder ist in ihnen angepasst. 

    Wieso Kur nutzlos sein soll, erschließt sich mir überhaupt nicht. 

    Der Begriff "arbeitslos" ist Newspeak! Er hat sich durch ein Framing in den Köpfen der Menschen  aus der Arbeiter :innen-Bewegung erhalten und in ihnen abgesetzt. Wir müssten vor allem heute tatsächlich darauf bestehen arbeits- aber nicht einkommenslos zu werden. Welchen Zweck hat oder sollte technischer Fortschritt sonst haben, als wie jedem von uns die mühevolle Arbeit zu verringern?

     

    Ja, Menschen arbeiten sehr gerne, obwohl einem bürgerlich-traditionellen Denkmuster bzw. Menschenbild entsprechend, Erwerbs-, insbesondere Lohnabhängige, stets Faulheit und Arbeitswiderwillgkeit unterstellt wird. 

     

    Dies liegt der Absicht zugrunde, so lange und so intensiv wie möglich auf deren Arbeitskraft zugreifen zu können. Selbst dann, wenn es objektiv gesehen aus volkswirtschaftlichen Gründen keinen Grund dafür gibt. Unternehmer und Investoren wollen profitieren.

     

    Menschen wollen in ihrer Arbeit Sinn finden! Schlecht ist es, wenn Erwerbsarbeit zur alleinigen Sinnstiftung wird und vor allem, weil man ihr aus Zweck und Not nachgehen soll. Aus bürgerlichen Idealen heraus am besten 24/7 und womöglich bis zum 70sten Lebensjahr. So, wie man es bereits in Deutschland offen gegenüber der Bevölkerung auszusprechen wagt. Die französische Bevölkerung spielt da nicht so ohneweiteres mit.

     

    Unternehmen sind natürlich auch gevieft und präsentieren sich sehr oft als "Familie". Verfügt man über ein intellektbefreites Alltagsbewusstsein funktioniert das sogar bei vielen, die letztendlich nicht mehr zwischen eigener Familie und Firmenfamilie differenzieren können.

    Arbeiten gehen Menschen - ich spreche vom Erwerb -  grundsätzlich fast ausnahmslos aus jenem Grund, das es - im Unterschied zu einer wohlhabenden oder reichen Person - bei ihnen nichts bis kaum etwas zu verwerten gibt, von dem sie sonst leben können. Punkt! 

     

    Sind die Vermögenserträge von jemanden niedriger als die Lebenskosten, ist man vom Erwerb - also den Austausch von Arbeit gegen Geld - abhängig! Punkt. Im aktuellen System zahlt jeder (!) in dieser Lage prinzipiell drauf. Außerdem sitzt man stets auf einem Katapult, dass von den Unternehmen respektive Investoren gesteuert wird. 

     

    Sind deine Vermögenserträge höher als die Lebenserhaltungskosten, wächst in der Regel dein Vermögen laufend, weil du dir von Lohnabhängigen - in der einen oder anderen Weise - ständig einen Teil ihrer Arbeitsleistung aneignest. (Mehrwert) Diejenigen die das betrifft, bilden sich so lange ein von diesem System zu profitieren, bis das System deine wie meine Lebensgrundlage - unsere Umwelt - zerstört hat. 

    Viele werden jetzt darauf bestehen, dass aber doch noch eine "Mittelklasse" gibt. In deren Auffassung der Mittelklasse ist diese gerade im Begriff auszusterben.

    Nach meinem Verständnis gibt es ohnehin, wie eh und je, zwei Klassen: 

    Die Arbeiterklasse:  sie müssen die Arbeit verrichten 

    Und die Mittelklasse: sie verfügt über die Mittel andere für sich arbeiten zu lassen

     

    Wenn es zu wenige Physiotherapeuten, Ärzte etc. gibt, sind das klassische Aufgaben eines demokratischen Staates und sollten daher nicht von einem profitorentierten Unternehmertum bespielt werden. Die Situation bezüglich Vertragsärzt :innen  und Wahlärzt :innen ist ein Kind des Liberalismus. Nicht einmal die Konservativen sind so blöd, dem freien Lauf zu lassen!

    Ja, ich wünsche mir, dass der technologischen Entwicklungen Rechnung getragen wird und sich Erwerbsarbeitszeit verkürzt. Das wird im produktiven Bereich leichter sein, als im reproduktiven. Aber schließlich gibt es ja die Möglichkeit, die Arbeit auf mehrere Schultern zu verteilen. 

     

    Jedem von uns steht - aufgrund vorhandener moderner Technologie - eine staatliche, erwerbsunabhängige Dividende, jedenfalls aber kostenlose Leistungen, zu! Wohnen, Energie, Mobilität, Gesundheit, Pflege, Bildung ... das geht nur, wenn wir uns alle grundsätzlich als Gleichwertige anerkennen! Dann haben wir die Wettbewerbs-, Wachstums- und Leistungsgesellschaft (tatsächlich leben wir in einer Erfolgsgesellschaft) überwunden. Das wäre nach meinen Vorstellungen Demokratie!

     

    Edit: In Österreich ist parallel zu dem gerade betriebenen Sozialabbau und der damit katastrophalen Lage vieler Menschen, der ATX ermals jenseits der 6000er Marke gestiegen. Das sollte jeden vernünftigen Menschen wachrütteln, wenn wieder mal jemand erklärt "Wir müssen alle den Gürtel enger schnallen!"

     

  • 08.05.26, 20:48 - Zuletzt bearbeitet 08.05.26, 20:48.

     

    Schwarzgelber Mutbürger:

    Selbst wenn jede/r seinen Traumjob bekommt, wer macht dann die "Schei...jobs" und 
    müssen die dann deswegen in Armut, 60% des Medianlohns leben? 

    Bei Obdachlosen gibt es die Initiative "Housing first", die darauf setzt ihnen zuerst eine
    Bleibe zu ermöglichen um sich dann mit den anderen Problemen mit denen sie beschäf-
    tigt sind zu kümmern, 

     

    60% des Medianlohns ist die Armutsgefährdungsgrenze, nicht die Armutsgrenze. Die Armutsgefährdungsgrenze ist in Österreich 1800 Euro netto für einen Singlehaushalt und 2700 Euro netto für einen Haushalt mit zwei Erwachsenen. Sozialleistungen sind hier inkludiert. Meiner Meinung nach ist das nicht wenig.

     

    Der Medianlohn als Maßstab ist aber mehr oder weniger ungeeignet zur Einschätzung von Armutsgefährdung. Gedankenspiel: Selbst wenn die Gehaltsspanne zwischen 4000 und 5000 Euro liegen würde, würde es immer noch Armutsgefährdete geben.

     

    Die kommunistische Bürgermeisterin der Stadt Graz hat es geschafft, allen Obdachlosen eine kostenlose Unterkunft anzubieten. Nicht alle haben sie angenommen. Nicht wenige bevorzugen es, auf der Straße zu leben und nicht in einer Kleinwohnung. Sie werden gut versorgt - wenn sie es wollen.

     

     

  • Selbst wenn jede/r seinen Traumjob bekommt, wer macht dann die "Schei...jobs" und 
    müssen die dann deswegen in Armut, 60% des Medianlohns leben? 

    Bei Obdachlosen gibt es die Initiative "Housing first", die darauf setzt ihnen zuerst eine
    Bleibe zu ermöglichen um sich dann mit den anderen Problemen mit denen sie beschäf-
    tigt sind zu kümmern, 

     

  • 08.05.26, 19:24

    Ein Sozialsystem ist in jedem politischen System nötig.

    Schwere Krankheiten und Unfälle wird es "immer" geben, die Menschen aus der regulären Erwerbstätigkeit werfen können.

    In wie weit "der Staat" jedoch selber dafür sorgt, dass das Sozialsystem mit entsprechend Bedürftigen "versorgt" wird, kann ich nicht einschätzen.

     

    Gerade wird in Österreich angedacht, das "Kur-System" einzuschränken.

    Sehr gute Idee! Denn es ist mehr oder weniger nutzlos im Sinne der Gesunderhaltung.

    Aber andererseits, wie viele Menschen arbeiten in diesem Kur-System, die dann teilweise arbeitslos werden? Aber es gibt sowieso zuwenig Ärzte, Pflegekräfte, Physiotherapeuten etc. Arbeitslosigkeit ist also nicht zu befürchen. Aber die Umwegrentabilität! Ich höre schon die Wirten in den Orten schreien, wo Kuranstalten geschlossen werden sollen. 

  • 08.05.26, 19:02

     

    Gabi:

     

    Paul:

     

    Es ist bei weitem nicht allein die individuelle Sicht auf die jeweiligen Dinge, sondern in erster Linie eine Frage der Entwicklung des eigenen Bewusstseins bzw. Intellekts. Sehr viele Menschen verstehen Ereignisse und Vorgänge nicht in den jeweiligen dahinter liegenden (sozialen bzw. politischen) Kontext zu setzen.
     

    Es gilt nicht "das gleiche für Dachdecker, Fussbodenleger, Fliesenleger und und und". Eben dies ist auch wieder eine Frage dessen, in welchen Kontext die Angelegenheiten zu setzen sind. 

    Du hast Recht, es fehlt der Intellekt, und Bewusstsein habe ich schon gar nicht, deshalb verabschiede ich mich hier🤐

    Solltest du dich durch mich beleidigt fühlen, tut es mir leid. Aber es ist einmal diesen beiden Kategorien zuzuordnen, daher kann ich es nicht zurücknehmen.

  • 08.05.26, 18:54 - Zuletzt bearbeitet 08.05.26, 18:58.

     

    Paul:

     

    Gabi:

     

    Ja Karin, ich weiss um die Zustände im Gesundheitswesen und das man das nicht auf Dauer ausüben kann, hab selbst im KH im Dreischichtsystem, einschl WE gearbeitet.

    Allerdings hätte ich mich NIE als Opfer bezeichnet.

    So hat halt jeder eine andere, seine Sicht auf die Dinge.

    Das gleiche gilt für Dachdecker, Fussbodenleger, Fliesenleger und und und. 

     

     

    Es ist bei weitem nicht allein die individuelle Sicht auf die jeweiligen Dinge, sondern in erster Linie eine Frage der Entwicklung des eigenen Bewusstseins bzw. Intellekts. Sehr viele Menschen verstehen Ereignisse und Vorgänge nicht in den jeweiligen dahinter liegenden (sozialen bzw. politischen) Kontext zu setzen.
     

    Es gilt nicht "das gleiche für Dachdecker, Fussbodenleger, Fliesenleger und und und". Eben dies ist auch wieder eine Frage dessen, in welchen Kontext die Angelegenheiten zu setzen sind. 

    Du hast Recht, es fehlt der Intellekt, und Bewusstsein habe ich schon gar nicht, deshalb verabschiede ich mich hier🤐

  • 08.05.26, 18:51 - Zuletzt bearbeitet 08.05.26, 18:59.

     

    Gabi:

     

    Karin:

    Gabi

    Durch den grossen Fachkräftemangel sind diejenige, die den Job machen ...

     

     

     

    Ja Karin, ich weiss um die Zustände im Gesundheitswesen und das man das nicht auf Dauer ausüben kann, hab selbst im KH im Dreischichtsystem, einschl WE gearbeitet.

    Allerdings hätte ich mich NIE als Opfer bezeichnet.

    So hat halt jeder eine andere, seine Sicht auf die Dinge.

    Das gleiche gilt für Dachdecker, Fussbodenleger, Fliesenleger und und und. 

     

     

    Es ist bei weitem nicht allein die individuelle Sicht auf die jeweiligen Dinge, sondern in erster Linie eine Frage der Entwicklung des eigenen Bewusstseins bzw. Intellekts. Sehr viele Menschen verstehen Ereignisse und Vorgänge nicht in den jeweiligen dahinter liegenden (sozialen bzw. politischen) Kontext einzuordnen.
     

    Es gilt nicht "das gleiche für Dachdecker, Fussbodenleger, Fliesenleger und und und". Eben dies ist auch wieder eine Frage dessen, in welchen Kontext die Angelegenheiten zu setzen sind. 

    Es ist ein himmelschreiender Unterschied, ob du mit Menschen respektive Kranken oder Pflegebedürftigen arbeitest. Erst recht, da Menschen die sich für dieses Berufsfeld entschieden haben, strukturell verursachtes Leid miterleiden müssen und obendrauf seit eh und je weniger bezahlt bekommen, als die vordergründig profitorientierten Berufe. Noch schlimmer, wenn Entscheidungsträger :innen dazu übergehen, die Daseinsvorsorge mehr und mehr in die privaten Hände von Glücksrittern und Investoren zu legen! Öffentliche Interessen gehören in die Hände von öffentlichen Institutionen. Selbst Gemeinnützigkeit ist zweite Wahl!

  • 08.05.26, 18:43

     

    Karin:

    Gabi

    Durch den grossen Fachkräftemangel sind diejenige, die den Job machen stets überbelastet, müssen einspringen auch wenn die Ruhezeiten unterschritten werden. Solange man halbwegs stehen und gehen kann, muss man auch arbeiten wenn man krank ist. Kaffeepause oder Mittagspausen fallen regelmässig gekürzt aus. Oft fehlt die Zeit Hilfsmittel zu holen, dass man körperschonend arbeiten kann. Man läuft spielend 10’000 Schritte pro Dienst.

     

    Rücken und Knieprobleme plagen die meisten, bis hin zur Jobaufgabe deswegen.

     

    Ich sprach gerade heute mit einer FAGE (Fachfrau Gesundheit)die um 35 ist und gesundheitlich nicht mehr in ihrem Job arbeiten kann, denn sie liebte, sich umschulen liess zur Buchhalterin, 3 Jahre Erfahrung hat, aber keinen Job bekommt, weil sie nun länger Krank war mit jeweils der Absage zu wenig Erfahrung. 
     

    Klar kann man behaupten ein Einzelfall, aber ich sah sehr viele den Job aufgeben, am Job zerbrechen aus gesundheitlichen Gründen in meinen 10 Jahre im Gesundheitswesen. 

    Ich selbst musste ja auch aufhören. Und hier sind die, die den Knochenjob machen diejenige, die selbst mit 100% Pensum nur knapp die fixen Lebenskosten zahlen können und abgesehen davon, sehr selten an normalen Sozialleben teilnehmen können.

     

     

    Gabi:

     

    Menschen, die im Gesundheitswesens arbeiten, sind selbst Opfer????

    Was ist das denn für eine Aussage⁉️

     

    Ja Karin, ich weiss um die Zustände im Gesundheitswesen und das man das nicht auf Dauer ausüben kann, hab selbst im KH im Dreischichtsystem, einschl WE gearbeitet.

    Allerdings hätte ich mich NIE als Opfer bezeichnet.

    So hat halt jeder eine andere, seine Sicht auf die Dinge.

    Das gleiche gilt für Dachdecker, Fussbodenleger, Fliesenleger und und und. 

     

     

  • 08.05.26, 17:45 - Zuletzt bearbeitet 08.05.26, 17:48.

    Gabi

    Durch den grossen Fachkräftemangel sind diejenige, die den Job machen stets überbelastet, müssen einspringen auch wenn die Ruhezeiten unterschritten werden. Solange man halbwegs stehen und gehen kann, muss man auch arbeiten wenn man krank ist. Kaffeepause oder Mittagspausen fallen regelmässig gekürzt aus. Oft fehlt die Zeit Hilfsmittel zu holen, dass man körperschonend arbeiten kann. Man läuft spielend 10’000 Schritte pro Dienst.

     

    Rücken und Knieprobleme plagen die meisten, bis hin zur Jobaufgabe deswegen.

     

    Ich sprach gerade heute mit einer FAGE (Fachfrau Gesundheit)die um 35 ist und gesundheitlich nicht mehr in ihrem Job arbeiten kann, denn sie liebte, sich umschulen liess zur Buchhalterin, 3 Jahre Erfahrung hat, aber keinen Job bekommt, weil sie nun länger Krank war mit jeweils der Absage zu wenig Erfahrung. 
     

    Klar kann man behaupten ein Einzelfall, aber ich sah sehr viele den Job aufgeben, am Job zerbrechen aus gesundheitlichen Gründen in meinen 10 Jahre im Gesundheitswesen. 

    Ich selbst musste ja auch aufhören. Und hier sind die, die den Knochenjob machen diejenige, die selbst mit 100% Pensum nur knapp die fixen Lebenskosten zahlen können und abgesehen davon, sehr selten an normalen Sozialleben teilnehmen können.

     

     

    Gabi:

     

    Paul:

     

    Liebe Melanie! Ich hätte mir doch gerne auch Antworten auf deine von dir selbst gestellten Fragen erwartet. Ich verstehe auch nicht, ob "das böse Gucken, von denen die sich abrackern" müssen, gleichzeitig als Urteil gegenüber Menschen ohne Erwerb ist.

    Und zum Thema Gesundheitswesen und Pflege: die Menschen die dort arbeiten sind doch selbst Opfer! Und um was geht es dir propositionla, wenn du erwähnst, dass jemand "in der Gegend rumfährt"? Ich versuche zu verstehen, was du damit aussagen möchtest, aber ich sehe hier in erster Linie nur Abwertung hervorblitzen. 

    Menschen, die im Gesundheitswesens arbeiten, sind selbst Opfer????

    Was ist das denn für eine Aussage⁉️

     

  • 08.05.26, 17:38 - Zuletzt bearbeitet 08.05.26, 17:55.

    Vielleicht werfen wir einmal einen Blick aus der Makroperspektive auf die Situation? 

    Wir haben ganze Abteilungen des (National😑) Staates speziell dafür eingerichtet, Notlagen von Menschen zu bewältigen. Diese Abteilungen respektive Institutionen leisten materiell zwar immer weniger und sind integraler Teil eines permanent laufenden Austeritätsprogrammes, das vom Staat für Lohn- respektive Erwerbsabhängige hergestellt wird. Aber konzentrieren wir uns vorab nur einmal darauf, dass diese Institutionen mit all ihren Angestellten dafür - Notlagen von Menschen - existieren!

    Wenn wir also eigens für die Bewältigung von Problemlagen der Menschen über einen sehr großen Apparat verfügen, dann - so wäre meine Prämisse - können diese Fälle nicht zufällig auftreten.

    Also trotz der "segensreichen" Wirkungen der "Sozialen Marktwirtschaft" und der Glorifizierung seiner "unsichtbaren Hand" zum Trotz, rechnet also der Staat vorsätzlich damit, dass exakt diese Gesellschaft/diese Ordnung regelmäßig ein ganzes Sortiment von Sozialfällen hervorbringt. Mit anderen Worten: Also auch wenn die Notwendigkeit von Erwerbslosigkeit (im Abwertungsjargon des Neusprechs = Arbeitslosigkeit), Wohnungsnot, Armut, massenhaft psychische Breakdowns etc. sonst gerne geleugnet werden, geht der Gesetzgeber offenbar fest davon aus, dass die entsprechenden Phänomene massenhaft auftreten. Er hält dafür ganze Ämter, Ministerien, Sozialverwaltung, Milliarden an Haushaltsgeldern und ein äußert breites Spektrum im Sozial- und medizinischen Bereich mit hunderttausenden - wahrscheinlich Millionen - Beschäftigten bereit. 

    Ich schlußfolgere daher: Die naive Erwartung, dass Sozialpolitik die Notlagen beseitigt, kann also nicht wahr sein. Auch wenn "sozial eingestellte Menschen", darunter viele, die sich entsprechend "soziale Berufe" aussuchen, das gerne so sehen. 

    Jedoch: Die Existenz und Organisation einer Sozialpolitik beweisen genau das Gegenteil. Der moderne Staat geht davon aus, dass in seiner Gesellschaft die entsprechenden Bedarfsfälle zwingendermaßen auftreten müssen. Er geht mit dieser Not nach seinen Überlegungen um. 

    Aber jetzt der Succus: Seine Bemühungen zielen jedenfalls nicht auf eine Beseitigung der Ursachen von jener Not und von jener Verelendung die uns tagtäglich die Schlagzeilen oder die schlichte Realität präsentieren, sondern auf eine Verwaltung ihrer unerwünschten Folgen. 

    Wenn man das einmal erkannt hat, ist man schon recht weit! Der Sozialstaat ist also weniger Garant für den vielzitierten "sozialen Frieden", sondern um die Konkurrenz ... entschuldige ... die Wettbewerbsgesellschaft unter allen Umständen aufrecht zu erhalten ... mit allem was dazu gehört! Das dies immer nur in ein System münden kann (siehe in Österreich wahlweise 1933 bis 1938 und 1938 bis 1945), muss klar sein! Außer es gibt ein Umdenken!

     

    Edit: Ständiger Wettbewerb bedeutet, dass eine friedvolle, liebevolle, humane Gesellschaft gar nicht gewünscht wird.

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