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    Diskussion · 16 Beiträge · 7 Gefällt mir · 478 Aufrufe
    Thomas Kissing aus Düsseldorf

    Schwarz oder Weiß. Klingt eindeutig, oder?


    Spannend nur, wie schnell wir alle wissen, was gemeint ist — obwohl niemand es erklärt hat.
    Was ist überhaupt „schwarz“? Der Schatten? Der Kaffee? Die Nacht?
    Und was ist „weiß“? Der Schnee? Die Wand? Die berühmte „weiße Weste“, die keiner wirklich hat?

     

    Und trotzdem läuft es in fast jeder Diskussion gleich:


    Gut oder böse. Richtig oder falsch. Opfer oder Täter.
    Kaum jemand hält die Mitte aus.


    Jemand trennt sich → sofort ist einer der „Toxische“.
    Jemand erzählt von einer Grenze, die überschritten wurde → sofort wird entschieden, wer der „Gute“ und wer der „Schlechte“ ist.
    Ein Streit in der Beziehung → sofort „Er ist schuld“ oder „Sie ist schuld“.

     

    Und das Spannende:


    Egal welches Thema hier jemand postet — am Ende landet es fast immer beim gleichen Kern.
    Moral. Bewertung. Schwarz‑Weiß‑Denken.

     

    Warum fällt uns das so schwer, die Grautöne zu sehen — und warum greifen wir so reflexhaft zu absoluten Urteilen?

     

    Und noch etwas:

    Du musst keinen langen Text schreiben.

    Manchmal reichen ein paar ehrliche Worte, ein Gedanke oder ein kurzer Impuls, um andere zum Nachdenken zu bringen.

     

    Thomas Kissing

     

    Ein Like oder Kommentar zeigt mir, ob euch solche Themen interessieren. Ich starte hier regelmäßig neue Diskussionen – wer mag, kann mir gern folgen.

    29.04.26, 22:27 - Zuletzt bearbeitet 29.04.26, 23:01.

Beiträge

  • 11.05.26, 10:39

    Hm true story. Schwarz +Weiß = Grau. Eine berechtigte Farbe!

  • 02.05.26, 17:03

     

    Nane:

    Ein spannender Gedanke -  und ehrlich gesagt auch ein ziemlich entlarvender.


    Vielleicht greifen wir so schnell zu Schwarz-Weiß, weil es einfach ist. Es gibt uns sofort Orientierung, ein Gefühl von Kontrolle… und manchmal auch das beruhigende Gefühl, auf der „richtigen Seite“ zu stehen. Grautöne dagegen verlangen etwas, das anstrengender ist: innehalten, hinterfragen, aushalten, dass nicht alles eindeutig ist.


    Gerade in Beziehungen zeigt sich das besonders. Zwei Menschen, zwei Wahrnehmungen, zwei Geschichten -  und irgendwo dazwischen liegt oft die Wahrheit.


    Ich merke für mich selbst, dass genau das die größte Herausforderung ist: nicht sofort zu urteilen, sondern erst verstehen zu wollen. 🤍


    Vielleicht ist das am Ende der entscheidende Punkt - nicht die richtige Antwort zu haben, sondern bereit zu sein, die ganze Geschichte zu sehen. 🌫️

     

    Verstehen zu wollen, ist nur die halbe Miete. Etwas, was ich schon lange fühlte, hat mir irgendwann auch jemand endlich erklärt:

    Die meisten Menschen verbinden mit den frühen Bezugspersonen ambivalente Gefühle. Da sind schöne Erinnerungen, aber auch schmerzhafte. Die anerzogene Moral will das Gute sehen, das Gefühl funkt dazwischen, denn der Schmerz meldet sich zu Wort. Das Gehirn will schnell eintüten, und deshalb gibt es heute so viele Kontaktabbrüche zu den Eltern. Sie waren und sind schuld. Es ist keine Kapazität da für die Ambivalenz, sie kostet sehr viel Energie. Das Gehirn ist aber auf Energiesparen ausglegt. Und weil man das schon mit den Bezugspersonen nicht bewältigt bekommt, übertragen wir unbewusst auch in gegenwärtige Beziehungen und Situationen.

    Für mich war es eine Erleichterung, mein Gefühl bestätigt zu bekommen, denn so kann ich besser das "sowohl/als auch" stehen lassen, bei mir selbst und auch bei anderen. Ich muss nicht mehr so schnell urteilen. Bewerten okay, aber die Schublade darf offen bleiben. Durch das Stehenlassen des "sowohl/alsauch" verringert sich der innere Widerstand. Das spart aber genau die Energie und macht frei für Begegnungen, die nicht perfekt sein müssen, um wertvoll zu sein.

  • 02.05.26, 16:36

    Ein spannender Gedanke -  und ehrlich gesagt auch ein ziemlich entlarvender.


    Vielleicht greifen wir so schnell zu Schwarz-Weiß, weil es einfach ist. Es gibt uns sofort Orientierung, ein Gefühl von Kontrolle… und manchmal auch das beruhigende Gefühl, auf der „richtigen Seite“ zu stehen. Grautöne dagegen verlangen etwas, das anstrengender ist: innehalten, hinterfragen, aushalten, dass nicht alles eindeutig ist.


    Gerade in Beziehungen zeigt sich das besonders. Zwei Menschen, zwei Wahrnehmungen, zwei Geschichten -  und irgendwo dazwischen liegt oft die Wahrheit.


    Ich merke für mich selbst, dass genau das die größte Herausforderung ist: nicht sofort zu urteilen, sondern erst verstehen zu wollen. 🤍


    Vielleicht ist das am Ende der entscheidende Punkt - nicht die richtige Antwort zu haben, sondern bereit zu sein, die ganze Geschichte zu sehen. 🌫️

  • 02.05.26, 08:30 - Zuletzt bearbeitet 02.05.26, 08:59.

    ...Ja dieses •ich habe keine Lust, um mir über Thema XY so richtig Gedanken zu machen•

    ...wenn man zu sehr versucht immer auch auf die Grautöne einzugehen, ist das für den Kopf auf Dauer ziemlich anstrengend und manche sensible kommen dann sehr schnell an ihre Grenzen...

    Es ist für mich ein Unterschied...&&&&

    ... ob ich mir zB. "so richtig Gedanken" darüber mache, ob die Ananas auf eine Pizza kommen darf.... ob sie nur auf eine vegetarische Pizza passt... welche anderen Belegt- und Bekömmlichkeiten neben ihr Platz gewährt ist... welchen Wein ich wählen soll, wenn sie aufgelegt ist....usw., usw....

    &&&&...und diese Überlegungen anstrengenden sind und meine volle Aufmerksam und Energie (ver)brauchen...

     

    ODER...

    ...ob ich mir z.B. darüber "so richtig Gedanken" mache, ob ich mit anderen Menschen so umgehe, wie ich es für mich "erwarte".

    Ich Gedanken nachspüre, welchen Umgang mit mir, ich mir von anderen Menschen "erwarte"...Welchen Umgang sich andere Menschen von mir wünschen.

    Überhaupt, mit welcher Grundhaltung, mit welchen Grundwerten, wir Menschen uns begegnen "sollen".

    &&&&...und ich in diese Überlegungen sehr, sehr viel Aufmerksamkeit und Energie lege und "verbrauche".

     

    Dass ich mir über ein Thema XY den Kopf zerbreche und ich Gefahr laufe, dass es mich an meine Grenzen bringt (ob ich hochsensibel oder tiefsensibel bin...), macht bei einigen Themen unseres Lebens einfach unbedingt Sinn (was nicht heisst, sich kaputt zu denken....Es sollte nie verbissen werden, es braucht immer auch Leichtigkeit...Freiwilligkeit und Erholung).

     

    Bestimmte Themen gehören bis an die Grenzen und in ihrem ganzen Umfang zu Ende gedacht.

    Und es ist anstrengend, lehrreich, begeisternd...und darf (fast) bis zur Verzweiflung und in den Grössenwahn führen. 

    Leben!

     

    Wenn "alle Themen" grau wären, von schwarz bis weiss, dann wäre vorerst einmal zu unterscheiden, wie relevant es ist, sich z.B. über das Grau eines Belegsinns der Ananas auf der Pizza den Kopf heiss zu machen oder z.B. darüber, welches Grau der "Belegsinn" des Umgangs unter uns Menschen hat.

     

    ...oder ob wir alle Grautöne die es gibt, auf unsere Farbpaletten und Pizzen quetschen wollen...!

     

    (Mit "Über etwas denken" ist es wie mit Müllbergen. Wenn mir vorher "so richtig" klar wäre, über welche Themen ich mir "so richtig Gedanken" machen möchte, wären die Gedanken-Müllberge aus Überflüssigkeit, Sinnlosigkeit und Lebensbehinderung, Lebensqual nicht da ...oder überschaubarer.

     

    Aber sie sind da und machen sich in uns breit, liegen tonnenschwer vor unseren Haustüren und ersticken uns.

    Nehmen uns Luft zum Atmen.

     

    Das ist anstrengend, kräfteraubend und bringt uns "so richtig" an unsere Grenzen und gefährdet unser Weiterleben!)

     

     

  • 01.05.26, 21:36

    Ich würde Grautöne so definieren: Sowohl als auch. Jede Sache hat meistens zwei Seiten- die berühmte Dualität. Gibt zusammen grau. Manchmal mit etwas helleren "Farbton" oder ein Müh dunkleren "Schattierungen". Ich bin demnach sehr oft im Graubereich unterwegs 😉, weil ich oft fast zeitgleich an beide Aspekte denke.

     

    Vielleicht hat das Schwarz- Weiss Denken zugenommen in letzten Jahren. Als Begründung könnte ich mir vorstellen, dass die Überflutung von Informationen und Sinnesreizen dazu führt, rascher zu katalogisieren, um überhaupt alles einigermassen verarbeiten zu können.

     

     

  • 01.05.26, 09:54

    Ich rutsch in schwarz weiß denken, wenn ich gestresst und angespannt bin. 

    Durch Stress werde ich negativ. 

    Oh moment mal, jetzt beschreibe ich aber eher -schwarz denken-

    Hmm, schwarz weiß denken, 

    (Ja genau Pepe bzw "schwarzgelber Mutbürger", schwarz weiiiiß und nicht schwarz gelb🙈 Du und Stefan ihr bringt alle durcheinander🙃🙃)

     

    Ja dieses •ich habe keine Lust, um mir über Thema XY so richtig Gedanken zu machen•

    Da gebe ich dem schwarz gelben mutbürger recht, dass wenn man zu sehr versucht immer auch auf die Grautöne einzugehen, ist das für den Kopf auf Dauer ziemlich anstrengend und manche sensible kommen dann sehr schnell an ihre Grenzen.

    Kenne ich auch von mir. 

    Also jetzt im Alltag. 

    Bei Beziehungen ist das nochmal was anderes. Da sollte man schon das Gespräch suchen und nicht einfach bestimmte Themen schnell zuordnen, Klappe zu und als erledigt abhaken. 

     

    (Aber bitte nicht wieder zu sehr auf "Beziehungen" eingehen. Mich nervt das schon etwas😅 Nun gut, hab ich aber natürlich nicht zu bestimmen🤐🤓)

  • Ich denke, dass das Schwarz- Gelbe- Denken, daraus resultiert, das man in Situationen wo Gefahr
    in Verzug ist, es also beispielsweise um Leben oder Tod geht, nicht lange Nachdenken kann, son-
    dern schnell eine Entscheidung treffen muss...

    ...später kann man dann immer noch darüber sinnieren und alles haarklein abwägen, aber hier
    habe ich zum Beispiel auch nicht immer die Zeit und Lust, alles schriftlich darzulegen, was ich 
    über bestimmte Dinge so alles denke, letztlich lese ich eine Beitragstext und schreibe was ich 
    im ersten Moment darüber denke, will aber auch Stellung beziehen und nicht einfach eine be-
    liebige Aussage tätigen, die alles genau abwägt, was dazu zu sagen wäre, denn dafür gibt es ja
    auch andere Leute die eventuell ergänzen😁😉

    aber letztlich kann ich nur in einer gewissen weise Handeln, wenn man dabei alle Grautöne 
    berücksichtigt, wird man schnell überfordert und läuft Gefahr im Burnout zu enden🦉

  • An alle, die bisher geschrieben haben

     

    Danke euch für die vielen unterschiedlichen Perspektiven.

     

    Ich finde spannend, wie klar sichtbar wird, dass wir alle das Thema Schwarz‑Weiß‑Denken kennen – aber jede*r von euch es aus einem anderen Blickwinkel beschreibt. Von „Sowohl‑als‑auch“ über Alltagsbeispiele bis hin zu Wahrnehmung und inneren Mustern war alles dabei. Genau das macht die Diskussion lebendig.

     

    Was mich beim Lesen eurer Beiträge besonders berührt hat:

     

    Viele von euch beschreiben, wie viel leichter es wird, wenn man die Grautöne zulässt – und gleichzeitig, wie schnell wir trotzdem in alte Muster rutschen.

     

    Das bringt mich zu einer neuen Frage, die vielleicht noch mal eine andere Richtung öffnet:

     

    Woran merkt ihr persönlich, dass ihr gerade in Schwarz‑Weiß rutscht – und was hilft euch in dem Moment, wieder etwas Abstand zu bekommen?

     

    Ich bin gespannt, was ihr dazu sagt.

  •  

    Matthias:

    Sorry, Thomas, aber ich finde Deine Diskussionen zu oft "Schwarz-Weiß" Denke. 

    Quelle: Pipi oder Partnerschaft, Thomas Kissing
     

    Ich finde super, Thomas, dass Du meiner Kritik gefolgt bist und Deine Schwarz-Weiß Denke hier hinterfragt hast. 

     

    Jemand trennt sich → sofort ist einer der „Toxische“.
    Ein Streit in der Beziehung → sofort „Er ist schuld“ oder „Sie ist schuld“.

    Ich finde es ist nicht wichtig, ob jemand schuld hat oder nicht, denn wir sind alle Menschen und Menschen machen Fehler. Ich kenne auch den Fall, dass keiner schuld hat. 
    Wichtig ist am Ende des Tages, ob man Fehler verzeiht, beide sich reflektieren und aus Fehlern 

     

     Jemand erzählt von einer Grenze, die überschritten wurde → sofort wird entschieden, wer der „Gute“ und wer der „Schlechte“ ist.

    "Jemand" ist aber im "außen", d.h. unbeteiligte Dritte, meistens Freunde, Familie etc. 

    Was "andere" denken, meinen oder sagen, sollte einen aber nicht interessieren, denn es gibt immer jemand der die Grenze überschreitet, dies bewertet und jemand der es zulässt... und am Ende des Tages ist es ein Problem zwischen diesen beiden Parteien. 

     

    Es kommt aber auch immer an WAS man für ein Umfeld hat. 

    Meine Freunde sagen zu mir "Wir kennen nur Deine Seite" "Wir kennen denjenigen nicht so gut" und "Du musst am Ende entscheiden". 

    Das ist das wesentliche... was ich am Ende des Tages mit der Grenzüberschreitung tue oder nicht... oder wie ich mit einer Trennung umgehe, gehe oder kämpfe... oder ob ich bei einem Streit die Schuld freiwillig auf mich nehme oder nicht... ist allein meine Entscheidung. 

     

    Warum fällt uns das so schwer, die Grautöne zu sehen — und warum greifen wir so reflexhaft zu absoluten Urteilen?

    Sehr oft ist ein "Du bist schuld", aber auch der einfachste Weg von seinen eigenen Schuld abzuwenden. Daher sollte man zuerst bei sich suchen und dann hinterfragen "hat die Sache so einen hohen Stellenwert, dass ich mich darüber ärgere".

     

     Was von außen für den einen "klar" ist, muss für den anderen es nicht sein. 

    Bei vielen Dingen gibt es kein "grau", sondern nur schwarz-weiß... bei anderen würde ich es nicht "grau" nennen, was häufig als "dazwischen" gemeint ist... da gibt es noch neutral/keins von beiden, aber auch nicht dazwischen. 

    Man kann aber sagen, dass 20% der Deutschen glas-klar diese S/W-Denkweise haben, denn sonst würde eine bestimmte Partei (mit A in Deutschland und Ö in Österreich) nicht so einen Zuwachs bekommen... aber das ist keine politische Diskussion und ist hier auch verboten. 

     

    Ich finde, Thomas, Du versuchst in Deinen Diskussionen, typisch für Influencer, aber genau diese zweiseitige Denkweise immer und immer wieder anzusprechen. 

    Du packst selber am Ende des Tages Dinge in Schubladen. Wichtig ist am Ende der konkrete Fall.

    Ich hab Dir seit Deiner ersten Diskussion hier immer gesagt mir fehlt der "konkrete" Bezug... denn alles andere ist "graue Theorie"... und man kann es nicht "generalisieren"... was ich bei dieser Diskussion auch wieder gemerkt habe. 

    Matthias, danke dir für deinen Beitrag und auch dafür, dass ich ein Thema aus unserer letzten Diskussion mitnehmen konnte. Das meinte ich ernst.

    Und nur kurz dazu:

    Das Wort Influencer hat mich nicht geärgert – im Gegenteil, ich hab’s eher als Kompliment gelesen. Ich weiß, wie du es meinst.

    Was meine Art zu schreiben angeht:

    Ja, ich bin manchmal bewusst schwarz‑weiß. Das ist Absicht. Nicht, weil ich so denke, sondern weil ich Menschen damit leichter abholen kann. Und ja, meine Themen und Titel sind oft provokant gewählt – das gehört zu meinem Stil und fühlt sich für mich authentisch an.

    Trotzdem merke ich selbst, dass meine Diskussionen mit der Zeit mehr Tiefe bekommen. Das ist ein Prozess, und Impulse wie deiner tragen dazu bei.

    Danke dir dafür.

  • 30.04.26, 16:11

    KURZVERSION

    Dieses Schwarz weiss Denken ist unserer Wahrnehmung geschuldet.. Gut 11Milliononen Bits pro Sekunde prallen unbewusst auf unser Nervensysten.. Rund 40Bits pro Sekunden bleiben übrig. 

    Es bedient sich der Gegensätzen um schneller und effizienter aus zu sortieren. 

     

    LANGE VERSION WER ES GENAUER WISSEN MÖCHTE😜 

    Nehmen wir einen von mehreren Wahrnehmungsfilter wie unsere Sinne. 

    Dann bedeutet dies:

    Visuell = hell oder dunkel

    Auditiv= laut oder leise

    Kinesthätisch= warm oder kalt

    Olfaktorisch= duftend oder stinkend

    Gustatorisch= süss oder sauer oder... 

     

    So geht es weiter zum Beispiel mit anderen Filtern wie 

    Erziehung, 

    Prägung, 

    Erlebnisse, 

    Erfahrungen etc

     

    Dies alles dient dazu möglichst eine schnelle Einschätzung einer Situation zu erhalten im UR-Wissen, dass dich Vieles töten könnte, was um die Ecke kommt. 

    Auch wenn wir 2026 haben, hat sich unser Gehirn diesbezüglich nicht wirklich geändert in Bezug auf unseren Überlebensmodus. 

     

    Erst wenn ich längere Zeit z. B. in einem Gespräch mit einer neuen Bekanntschaft bin und sich mein Gehirn mehr Zeit nehmen kann um mehr Eindrücke zu erhalten, ändert sich oftmals der erste Eindruck, weil sich das Bild des Gegenübers vervollständigt. 

     

    Dies kann positiv ausfallen aber dann auch negativ je nachdem. 

     

    Da bei Zuständen oder Persönlichkeiten, welche von unserer Wahrheit stark abweichen, kann es sehr schnell passieren, dass sich unser Gehirn ich nenne es einmal aufhängt. Vertritt mein Gegenüber eine andere Wahrheit und konfrontiert mich mit dieser, dann versucht mein System diese Diskrepanz aus zu gleichen, weil sie meine Wahrheit und somit mein Selbstbild /Selbstbewusstsein bedroht. 

    Es entsteht somit in mir eine Dissonanz (ein Ungleichgewicht) um dieses Ungleichgewicht auszugleichen erfolgt eine Reaktanz. Dies kann alles sein, von Trotz bis zu okay, komisch bestenfalls für Fortgeschrittene  mmhhh spannend sein. 

    Je nachem wo ein Mensch gerade steht und wie vertraut ihm das Gegenüber ist kann es auch bei einer anderen Meinung somit schlimmstenfalls mit verbalen Wortabtausch in Form von A... loch bis zu einer neuen und bereichernden Einsicht kommen. 

  • 30.04.26, 15:48

    Sorry, Thomas, aber ich finde Deine Diskussionen zu oft "Schwarz-Weiß" Denke. 

    Quelle: Pipi oder Partnerschaft, Thomas Kissing
     

    Ich finde super, Thomas, dass Du meiner Kritik gefolgt bist und Deine Schwarz-Weiß Denke hier hinterfragt hast. 

     

    Jemand trennt sich → sofort ist einer der „Toxische“.
    Ein Streit in der Beziehung → sofort „Er ist schuld“ oder „Sie ist schuld“.

    Ich finde es ist nicht wichtig, ob jemand schuld hat oder nicht, denn wir sind alle Menschen und Menschen machen Fehler. Ich kenne auch den Fall, dass keiner schuld hat. 
    Wichtig ist am Ende des Tages, ob man Fehler verzeiht, beide sich reflektieren und aus Fehlern 

     

     Jemand erzählt von einer Grenze, die überschritten wurde → sofort wird entschieden, wer der „Gute“ und wer der „Schlechte“ ist.

    "Jemand" ist aber im "außen", d.h. unbeteiligte Dritte, meistens Freunde, Familie etc. 

    Was "andere" denken, meinen oder sagen, sollte einen aber nicht interessieren, denn es gibt immer jemand der die Grenze überschreitet, dies bewertet und jemand der es zulässt... und am Ende des Tages ist es ein Problem zwischen diesen beiden Parteien. 

     

    Es kommt aber auch immer an WAS man für ein Umfeld hat. 

    Meine Freunde sagen zu mir "Wir kennen nur Deine Seite" "Wir kennen denjenigen nicht so gut" und "Du musst am Ende entscheiden". 

    Das ist das wesentliche... was ich am Ende des Tages mit der Grenzüberschreitung tue oder nicht... oder wie ich mit einer Trennung umgehe, gehe oder kämpfe... oder ob ich bei einem Streit die Schuld freiwillig auf mich nehme oder nicht... ist allein meine Entscheidung. 

     

    Warum fällt uns das so schwer, die Grautöne zu sehen — und warum greifen wir so reflexhaft zu absoluten Urteilen?

    Sehr oft ist ein "Du bist schuld", aber auch der einfachste Weg von seinen eigenen Schuld abzuwenden. Daher sollte man zuerst bei sich suchen und dann hinterfragen "hat die Sache so einen hohen Stellenwert, dass ich mich darüber ärgere".

     

     Was von außen für den einen "klar" ist, muss für den anderen es nicht sein. 

    Bei vielen Dingen gibt es kein "grau", sondern nur schwarz-weiß... bei anderen würde ich es nicht "grau" nennen, was häufig als "dazwischen" gemeint ist... da gibt es noch neutral/keins von beiden, aber auch nicht dazwischen. 

    Man kann aber sagen, dass 20% der Deutschen glas-klar diese S/W-Denkweise haben, denn sonst würde eine bestimmte Partei (mit A in Deutschland und Ö in Österreich) nicht so einen Zuwachs bekommen... aber das ist keine politische Diskussion und ist hier auch verboten. 

     

    Ich finde, Thomas, Du versuchst in Deinen Diskussionen, typisch für Influencer, aber genau diese zweiseitige Denkweise immer und immer wieder anzusprechen. 

    Du packst selber am Ende des Tages Dinge in Schubladen. Wichtig ist am Ende der konkrete Fall.

    Ich hab Dir seit Deiner ersten Diskussion hier immer gesagt mir fehlt der "konkrete" Bezug... denn alles andere ist "graue Theorie"... und man kann es nicht "generalisieren"... was ich bei dieser Diskussion auch wieder gemerkt habe. 

  • 30.04.26, 09:06

    Oh Stefan, du hast unten bei dir im Text ausversehen "schwarz-gelb denken" geschrieben. Es sei denn dass es Absicht gewesen ist🤔🤷‍♀️😄

     

    Öhm, ja genau ich denke auch, dass es viel einfacher ist, schnell etwas in irgendwelche Schubladen zu schmeißen. 

    Man hat oft schon genug Kopfzerbrechen im hektischen Alltag oder auf der Arbeit, da haben manche nicht mehr den Nerv noch Zusätzliches, was nebenher passiert genau zu analysieren und aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Ich hatte letztens zB die Situation, da stand ich in einem Supermarkt an der Kasse, hab schon die ersten Sachen in die Einkaufstasche gepackt, da viel mir ein, dass ich noch die App scannen wollte bzw das gesammelte Guthaben einlösen. Ich holte hektisch mein Handy aus der Tasche, hatte etwas Probleme den Button "Guthaben einlösen" zu finden und in diesem Moment hör ich nur von der Dame die an der Kasse sitz ein genervtes "Mein Gott". Und ich dachte mir "blöde Kuh". So, zack in eine Schublade gesteckt. 🙈

  •  

    Sandra:

    Meine Erfahrung: es ist unglaublich befreiend für mich nicht im "entweder-oder" zu denken.

     

    Das "SOWOHL ALS AUCH" ist mittlerweile ein sehr wichtiger Begleiter.

     

    Bringt mir Ruhe, Distanz, Akzeptanz, Achtsamkeit und neue Perspektiven!

    Ein sehr wesentliche Qualität!!!

    ... und es aushalten...verschiedenen, gegensätzlichen Meinungen gemeinsam Platz zu geben...und im Gespräch, im Interesse und in der Aufmerksamkeit gegenüber dem anderen bleiben.

     

    Dann könnte sogar an einem feinen gemeinsamen Netz gesponnen werden...das bei "nicht aushalten" sofort kaputt ist.

  • 30.04.26, 08:30

    Meine Erfahrung: es ist unglaublich befreiend für mich nicht im "entweder-oder" zu denken.

     

    Das "SOWOHL ALS AUCH" ist mittlerweile ein sehr wichtiger Begleiter.

     

    Bringt mir Ruhe, Distanz, Akzeptanz, Achtsamkeit und neue Perspektiven!

  • 29.04.26, 23:58

    Ich denke schon, dass es viele Situationen gibt, in denen es, auch objektiv betrachtet (zumindest nach dem allgemeinen Wertesystem 😉), nur ein "richtig" oder "falsch" gibt. 

    Aber, und da stimme ich dir zu, gibt es genauso oft einen teilweise großen Raum zwischen diesen beiden Extremen. 

    Und das zu erkennen bedeutet: seinen eigenen Standpunkt reflektieren, sich auf Argumente seines Gegenübers einlassen, einen Erkenntnisgewinn erzielen der mitunter auch bedeutet, dass die eigene "Wahrheit" vielleicht doch nicht absolut und unumwerflich ist.

     

    Genau das können oder wollen, meiner Erfahrung nach, sehr viele Menschen leider nicht. Es ist teilweise anstrengend, kostet Energie und benötigt Einsicht. 

    Wie du selbst schon angemerkt hast, auch in diesen Diskussionsforen ist das schwarz-gelb-denken immer wieder sehr schön zu beobachten und relativ weit verbreitet.

  • Mein Gedanke zum Schwarz‑Weiß‑Denken

     

    Ich habe das Gefühl, dass wir oft reagieren, bevor wir überhaupt richtig denken. Jeder von uns hat seine eigenen Muster, die im Hintergrund laufen. Viele davon kennen wir nicht mal. Wir leben in unseren kleinen inneren Welten, die uns schützen sollen — und gleichzeitig verhindern, dass wir wirklich hinsehen.

     

    Manchmal wirkt es so, als hätte unser Kopf nur zwei große Schubladen: gut oder schlecht, richtig oder falsch. Alles dazwischen geht verloren. Vielleicht, weil es einfacher ist. Vielleicht, weil es sich sicherer anfühlt. Vielleicht, weil wir es so gelernt haben, lange bevor wir überhaupt verstanden haben, was da passiert.

     

    Und trotzdem: Sobald man einen Moment innehält, merkt man, dass fast jede Situation mehr Facetten hat, als der erste Impuls uns glauben lässt. Die Grautöne sind da — wir übersehen sie nur oft.

     

    Mich interessiert, wie ihr das erlebt:


    Warum greifen wir so schnell zu diesen zwei Schubladen, und was macht es so schwer, dazwischen zu schauen?

     

    Thomas Kissing 

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