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  • Wer hat das Recht einzugreifen?

    Diskussion · 30 Beiträge · 2 Gefällt mir · 916 Aufrufe
    Thomas Kissing aus Düsseldorf

    Konflikte entstehen überall dort, wo Menschen aufeinandertreffen.
    Zwischen Partnern, die sich nicht mehr verstehen.
    Zwischen Eltern und Kindern, die aneinander vorbeireden.
    Zwischen Kollegen, die unterschiedliche Vorstellungen haben.
    Oder im Freundeskreis, wenn aus Nähe Distanz wird.

     

    Am Anfang geht es oft um eine konkrete Sache.
    Doch mit der Zeit verschiebt sich der Fokus: weg vom Thema – hin zur Frage, wer im Recht ist.

     

    Und genau dann entsteht ein spannender Punkt:
    Was passiert, wenn eine außenstehende Person in so eine Situation hineingezogen wird oder sich einbringen möchte?
    Kann sie überhaupt neutral bleiben, wenn sie mit beiden Seiten spricht?
    Oder verändert allein ihre Anwesenheit schon die Dynamik?

     

    Und noch grundlegender:
    Muss eine solche Einmischung von beiden Seiten ausdrücklich erlaubt werden – oder gibt es Situationen, in denen Eingreifen automatisch gerechtfertigt ist?

     

    Wichtiger Hinweis zur Diskussion:
    Politische Themen sind auf dieser Plattform nicht erlaubt. Beiträge, die in diese Richtung abgleiten, können zur Beendigung der Diskussion führen. Bitte bleibt beim Thema zwischenmenschliche Konflikte im privaten oder beruflichen Umfeld.


    Thomas Kissing 

     

    Ein Like oder Kommentar zeigt mir, ob euch solche Themen interessieren. Ich starte hier regelmäßig neue Diskussionen – wer mag, kann mir gern folgen.

    20.04.26, 21:31

Beiträge

  • 21.04.26, 10:33 - Zuletzt bearbeitet 21.04.26, 10:40.

     

    Ute:

     

    Stefan:

     


    Ute, zieh Dir die Sachen doch nicht so negativ rein. Ich lese öfter Reaktionen von Dir, wo Du Dich scheinbar angegriffen fühlst.
    Sein Argument ist doch eines. Mir fiel zu dem, was Du schriebst ("triftiger Grund"), ein ähnliches wie Gianluca's ein.
    Ist doch nicht jeder Kacka, nur weil er Dir nicht 100% zustimmt..
     

     

    Du irrst, ich fühle mich nicht angegriffen und bewerte auch nicht, dass "jeder Kacka ist, der mir nicht zustimmt". 

    Ich finde es erstaunlich, dass ihr gleich beide in diese Richtung denkt, während ich ganz allgemein "dass Menschen IMMER triftige Gründe für ihr Verhalten haben" geschrieben habe. Thomas hat diese Familiengeschichte vorgegeben, an der ich mich gedanklich orientiert habe. Auch wenn Eltern immer sagen, dass sie all ihre Kinder gleich lieben, so empfinden es die Kinder eben nicht unbedingt so und das zeigt sich dann später in Erbangelegenheiten. 

    Nebenbei: Wenn du davon ausgehst, ich scheine verletzt zu sein, dann wäre es jetzt passend gewesen, mein Gefühl zu validieren, statt mir zu erzählen, mit meinen Gefühlen stimme etwas nicht.

    Danke, dass Du so ein tolles Beispiel, für das Eingreifen/Schlichten, eines Aussenstehenden, zwischen zwei Konfliktparteien lieferst.
    Es war aus dem, was Du schriebst, ja nicht klar ersichtlich, worauf Du Dich bezogen hast.
    Liebe Ute, ich möchte den Schutzpanzer, den Du Dir, aus mir unbekannten Gründen angelegt hast, weder validieren, noch in Frage stellen, da es dafür bestimmt einen "triftigen Grund" gibt. <3

     

    Matthias:

    Muss eine solche Einmischung von beiden Seiten ausdrücklich erlaubt werden – oder gibt es Situationen, in denen Eingreifen automatisch gerechtfertigt ist?

    Ich finde man sollte erst mal "abgrenzen" wann eine Einmischung überhaupt stattfindet. 

     

    Wenn ich Deine Fragen zusammennehme, meinst Du das eine Außenstehende Person als "Mentor" fungiert und vermittelt bzw. beide "berät" bzw. sich beide Seiten anhört. 
    (Für mich kann eine Einmischung schon die persönliche Meinung eines nahenstehenden Menschen - negativ wie positiv - auf einen der Konfliktpartner sein.)

    Prinzipiell finde ich ist ein Konflikt immer zwischen den betroffenen Parteien zu regeln. 
     

    Ich finde, wenn eine Außenstehende Person mit beiden Konfliktpartnern auf gleicher Ebene emotional verbunden ist, und damit persönlich auch involviert wird, kann diese Person bei verhärteten Fronten vermitteln. 

    Muss die Erlaubnis beider vorliegen? ... ich finde nicht, wenn dieser Mentor beide kennt bzw. auf emotionaler Ebene verbunden ist. 
    Dieser "Mentor" kann sich beide Seiten anhören und aus einem neutralen Punkt aus den Konflikt bewerten. Dann kann man quasi dem gegenüber "Übersetzen" was der Konfliktpartner gesagt hat und was bei dem gegenüber angekommen ist. Als nächsten Schritt dann, wenn beide Konfliktpartner einverstanden sind, an einen Tisch bekommen und als Mentor das Gespräch "führen".
    In der Psychologie gibt es ja das 4 Seiten Modell... wo der Sender auf 4 verschiedene Weise Dinge senden kann und der gegenüber es auf 4 verschiedene Seiten verstehen kann. 
    (Dann gibt es noch "Trigger", welche das "innere Kind" verletzen oder die neurodiverse Wahrnehmung, die auch eine Rolle spielen kann... Thema RSD. Ein emotional nicht betroffener Dritter hat in der Regel nicht die selben Trigger oder Wahrnehmung.)

    Ist allerdings nur eine einseitige emotionale Verbindung zu einem der Konfliktpartner gegeben, sollte die Erlaubnis mit dem anderen Konfliktpartner eingeholt werden (wenn man sich im Kreis bewegt). Ich persönlich würde dann allerdings gegenseitig z.B. den besten Freund mit der Partnerin, die beste Freundin mit dem Partner reden lassen... und danach beide "beste Freunde" unter 4 Augen reden lassen. 

    Auf der Arbeit finde ich können die Kollegen oder der Chef eingreifen. 
    (Schwierig wird es, wenn privates auf berufliches trifft (Familienbetrieb, Paare arbeiten zusammen etc.)

    Freunde von mir erzählten mir letztens, dass sich Konflikte zwischen ihnen quasi erledigten, nachdem sie sich ihre Gefühle gespiegelt haben. Bsp."Ich hab mich verletzt gefühlt, als Du das gesagt hast, weil ich..." "Ich hätte mir beim nächsten mal gewünscht, dass..." 

    Fazit: Ich brauchte noch nie einen "Mentor", kann mir dies aber sehr gut vorstellen. Wichtig ist doch am Ende den Konflikt zu lösen... wie ist am Ende egal. 
    Heutzutage werden doch nicht mehr nach Lösungen gesucht (ein Mentor wäre auch ein Weg ;-) !), sondern lieber umgedreht und zur Nächsten... ist doch viel einfacher. Finde ich nicht! 
    Ich kämpfe solange für Lösungen bis wirklich alle Türen geschlossen sind... vor allem wenn man weiß wie es hinter dieser Tür aussieht ;-). Manchmal ist Zeit und Stille dein Verbündeter. 

    Primatoll geschrieben. 

  • 21.04.26, 10:29

     

    Stefan:

     

    Ute:

     


    Warum fällt dir dazu als erstes das Thema Vergewaltigung ein?

    Warum möchtest du offensichtlich gerne stänkern?


    Ute, zieh Dir die Sachen doch nicht so negativ rein. Ich lese öfter Reaktionen von Dir, wo Du Dich scheinbar angegriffen fühlst.
    Sein Argument ist doch eines. Mir fiel zu dem, was Du schriebst ("triftiger Grund"), ein ähnliches wie Gianluca's ein.
    Ist doch nicht jeder Kacka, nur weil er Dir nicht 100% zustimmt..
     

     

    Du irrst, ich fühle mich nicht angegriffen und bewerte auch nicht, dass "jeder Kacka ist, der mir nicht zustimmt". 

    Ich finde es erstaunlich, dass ihr gleich beide in diese Richtung denkt, während ich ganz allgemein "dass Menschen IMMER triftige Gründe für ihr Verhalten haben" geschrieben habe. Thomas hat diese Familiengeschichte vorgegeben, an der ich mich gedanklich orientiert habe. Auch wenn Eltern immer sagen, dass sie all ihre Kinder gleich lieben, so empfinden es die Kinder eben nicht unbedingt so und das zeigt sich dann später in Erbangelegenheiten. 

    Nebenbei: Wenn du davon ausgehst, ich scheine verletzt zu sein, dann wäre es jetzt passend gewesen, mein Gefühl zu validieren, statt mir zu erzählen, mit meinen Gefühlen stimme etwas nicht.

  • 21.04.26, 10:28

    Muss eine solche Einmischung von beiden Seiten ausdrücklich erlaubt werden – oder gibt es Situationen, in denen Eingreifen automatisch gerechtfertigt ist?

    Ich finde man sollte erst mal "abgrenzen" wann eine Einmischung überhaupt stattfindet. 

     

    Wenn ich Deine Fragen zusammennehme, meinst Du das eine Außenstehende Person als "Mentor" fungiert und vermittelt bzw. beide "berät" bzw. sich beide Seiten anhört. 
    (Für mich kann eine Einmischung schon die persönliche Meinung eines nahenstehenden Menschen - negativ wie positiv - auf einen der Konfliktpartner sein.)

    Prinzipiell finde ich ist ein Konflikt immer zwischen den betroffenen Parteien zu regeln. 
     

    Ich finde, wenn eine Außenstehende Person mit beiden Konfliktpartnern auf gleicher Ebene emotional verbunden ist, und damit persönlich auch involviert wird, kann diese Person bei verhärteten Fronten vermitteln. 

    Muss die Erlaubnis beider vorliegen? ... ich finde nicht, wenn dieser Mentor beide kennt bzw. auf emotionaler Ebene verbunden ist. 
    Dieser "Mentor" kann sich beide Seiten anhören und aus einem neutralen Punkt aus den Konflikt bewerten. Dann kann man quasi dem gegenüber "Übersetzen" was der Konfliktpartner gesagt hat und was bei dem gegenüber angekommen ist. Als nächsten Schritt dann, wenn beide Konfliktpartner einverstanden sind, an einen Tisch bekommen und als Mentor das Gespräch "führen".
    In der Psychologie gibt es ja das 4 Seiten Modell... wo der Sender auf 4 verschiedene Weise Dinge senden kann und der gegenüber es auf 4 verschiedene Seiten verstehen kann. 
    (Dann gibt es noch "Trigger", welche das "innere Kind" verletzen oder die neurodiverse Wahrnehmung, die auch eine Rolle spielen kann... Thema RSD. Ein emotional nicht betroffener Dritter hat in der Regel nicht die selben Trigger oder Wahrnehmung.)

    Ist allerdings nur eine einseitige emotionale Verbindung zu einem der Konfliktpartner gegeben, sollte die Erlaubnis mit dem anderen Konfliktpartner eingeholt werden (wenn man sich im Kreis bewegt). Ich persönlich würde dann allerdings gegenseitig z.B. den besten Freund mit der Partnerin, die beste Freundin mit dem Partner reden lassen... und danach beide "beste Freunde" unter 4 Augen reden lassen. 

    Auf der Arbeit finde ich können die Kollegen oder der Chef eingreifen. 
    (Schwierig wird es, wenn privates auf berufliches trifft (Familienbetrieb, Paare arbeiten zusammen etc.)

    Freunde von mir erzählten mir letztens, dass sich Konflikte zwischen ihnen quasi erledigten, nachdem sie sich ihre Gefühle gespiegelt haben. Bsp."Ich hab mich verletzt gefühlt, als Du das gesagt hast, weil ich..." "Ich hätte mir beim nächsten mal gewünscht, dass..." 

    Fazit: Ich brauchte noch nie einen "Mentor", kann mir dies aber sehr gut vorstellen. Wichtig ist doch am Ende den Konflikt zu lösen... wie ist am Ende egal. 
    Heutzutage werden doch nicht mehr nach Lösungen gesucht (ein Mentor wäre auch ein Weg ;-) !), sondern lieber umgedreht und zur Nächsten... ist doch viel einfacher. Finde ich nicht! 
    Ich kämpfe solange für Lösungen bis wirklich alle Türen geschlossen sind... vor allem wenn man weiß wie es hinter dieser Tür aussieht ;-). Manchmal ist Zeit und Stille dein Verbündeter. 

  • 21.04.26, 10:03

     

    Ute:

     

    Gianluca:

     

     

    Mit triftige Gründe ist in dem Fall "jeder Grund" gemeint, oder? Vergewaltigungen z.B. gehen ja auch darauf zurück Macht auszuüben und seine Lust zu befriedigen.

     

    Dem letzten Satz stimme ich jedoch zu. 


    Warum fällt dir dazu als erstes das Thema Vergewaltigung ein?

    Warum möchtest du offensichtlich gerne stänkern?


    Ute, zieh Dir die Sachen doch nicht so negativ rein. Ich lese öfter Reaktionen von Dir, wo Du Dich scheinbar angegriffen fühlst.
    Sein Argument ist doch eines. Mir fiel zu dem, was Du schriebst ("triftiger Grund"), ein ähnliches wie Gianluca's ein.
    Ist doch nicht jeder Kacka, nur weil er Dir nicht 100% zustimmt..
     

  • 21.04.26, 09:40

     

    Gianluca:

     

    Ute:

    Ich finde es wichtig, dass sich jeder immer bewusst ist, dass Menschen IMMER triftige Gründe für ihr Verhalten haben. Wir erinnern uns oft nicht an Sachverhalte, aber wir erinnern uns IMMER an das Gefühl, was ein Mensch in uns ausgelöst hat. 

     

    Mit triftige Gründe ist in dem Fall "jeder Grund" gemeint, oder? Vergewaltigungen z.B. gehen ja auch darauf zurück Macht auszuüben und seine Lust zu befriedigen.

     

    Dem letzten Satz stimme ich jedoch zu. 


    Warum fällt dir dazu als erstes das Thema Vergewaltigung ein?

    Warum möchtest du offensichtlich gerne stänkern?

  • 21.04.26, 09:35

     

    Ute:

    Ich finde es wichtig, dass sich jeder immer bewusst ist, dass Menschen IMMER triftige Gründe für ihr Verhalten haben. Wir erinnern uns oft nicht an Sachverhalte, aber wir erinnern uns IMMER an das Gefühl, was ein Mensch in uns ausgelöst hat. 

     

    Mit triftige Gründe ist in dem Fall "jeder Grund" gemeint, oder? Vergewaltigungen z.B. gehen ja auch darauf zurück Macht auszuüben und seine Lust zu befriedigen.

     

    Dem letzten Satz stimme ich jedoch zu. 

  • 20.04.26, 23:25

    "Was passiert, wenn eine außenstehende Person in so eine Situation hineingezogen wird oder sich einbringen möchte?" Wenn die Konfliktparteien beide damit einverstanden sind, einen Aussenstehenden, quasi als Schlichter, miteinzubeziehen ok.
    Wenn nicht, ist Eskalation wahrscheinlich.
    Kommt ja auch immer darauf an, worum gestritten wird.
    Bei einem höheren materiellen Wert, werden eh schnell harte Bandagen angelegt.
     

  • 20.04.26, 23:12

    Ich finde es wichtig, dass sich jeder immer bewusst ist, dass Menschen IMMER triftige Gründe für ihr Verhalten haben. Wir erinnern uns oft nicht an Sachverhalte, aber wir erinnern uns IMMER an das Gefühl, was ein Mensch in uns ausgelöst hat. 

    Entsprechende Fragen kann eine neutrale Person zur Reflektion stellen, sofern jemand zugänglich ist. Kochen Gefühle akut hoch, wollen diese gesehen werden und in wichtigen Konstellationen sind wir dafür verantwortlich, diese zumindest zu validieren. Alles andere ist sonst schnell im Bereich von Gaslighting.

  • 20.04.26, 22:35

    Hallo Thomas,

    da hast Du ein sehr “heikles Thema“ angestoßen.

    Besonders in Deinem persönlichen “Fall”.

    Tod und Nachlassverwaltung…das ist leider in fast jedem Fall ein schwieriges Unterfangen.

    Ich habe dies selbst auch schon erlebt und “durchgestanden”…

     

    Generell ist “wer hat das Recht einzugreifen” ein spannendes Thema, weil es genau die Grauzone zwischen Verantwortung und Einmischung berührt.

     

    Ich würde gerne das Thema im Zusammenhang von einem Konflikt unter Kollegen anschneiden.

     

    Grundsätzlich gilt meiner Ansicht nach:

    Nicht jeder Konflikt verlangt nach einem Eingreifen von außen. Dennoch entsteht ein moralisches Spannungsfeld, wenn offensichtlich Unrecht geschieht.


    Hat man also das Recht einzugreifen? Ich würde sagen: Man hat nicht immer die Pflicht, aber häufig die Verantwortung. Denn Schweigen kann in solchen Situationen schnell als stillschweigende Zustimmung wahrgenommen werden. Gerade in einem beruflichen Umfeld, das auf Fairness und Zusammenarbeit basiert, ist es problematisch, offensichtliche Ungerechtigkeit einfach zu ignorieren.
    Allerdings kommt es stark auf die Art des Eingreifens an. Ein direktes, konfrontatives Einmischen kann die Situation verschärfen. Deeskalierendes Handeln hingegen, wie etwa durch ein klärendes Gespräch, das Anbieten von Unterstützung oder das Hinzuziehen einer neutralen Instanz, kann durchaus helfen, den Konflikt konstruktiv zu lösen.

     

    Deshalb würde ich argumentieren: 

    Man hat nicht automatisch das Recht, sich ungefragt in jeden Konflikt einzumischen. Aber in dem Moment, in dem man Zeuge von klarem Unrecht wird, entsteht zumindest eine ethische Verantwortung, nicht vollkommen passiv zu bleiben.
    Vorausgesetzt, das Eingreifen erfolgt respektvoll und bedacht.

     

  • Ein Gedanke aus meiner eigenen Erfahrung zum Thema Konflikte zwischen zwei Parteien:

     

    Ich kann mich noch gut an eine Situation aus meiner Kindheit erinnern. Nach dem Tod eines Familienmitglieds mussten innerhalb der Familie viele Dinge ohne klare Regelung geklärt werden. Es gab unterschiedliche Vorstellungen darüber, wer was entscheidet und wie mit dem Nachlass umgegangen werden soll. Aus Gesprächen wurden Spannungen, aus Spannungen wurde Streit.

     

    Als Kind habe ich damals zum ersten Mal bewusst erlebt, wie schnell sich Beziehungen verändern können. Menschen, die sich vorher nahestanden, standen sich plötzlich gegenüber. Am Ende war das Ergebnis nicht nur eine ungeklärte Sachfrage, sondern eine dauerhaft zerbrochene Familienstruktur.

     

    Diese Erfahrung hat mir früh gezeigt: Konflikte betreffen selten nur das eigentliche Thema. Sie verändern Beziehungen.

     

    Im Laufe meines Lebens habe ich deshalb gelernt, Konflikte nicht zu vermeiden, sondern mich damit auseinanderzusetzen:
    zuhören, versuchen die Perspektive des anderen zu verstehen, eigene Grenzen wahrnehmen – und manchmal auch akzeptieren, dass nicht jeder Konflikt lösbar ist.

     

    Mich beschäftigt in diesem Zusammenhang besonders die Frage:
    Wann kann eine außenstehende Person helfen, einen Konflikt zu entschärfen?
    Und wann wird Einmischung eher als Partei­nahme empfunden?

     

    Wie sind eure Erfahrungen damit?


    Thomas Kissing 

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