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  • Schweigen und Zuhören

    Diskussion · 7 Beiträge · 5 Gefällt mir · 366 Aufrufe
    Fritz aus Edingen-Neckarhausen

    Wer schweigt, wenn andere reden, besitzt laut Forschung eine extrem seltene Eigenschaft

    Wer anderen wirklich zuhört, ohne zu unterbrechen, fällt auf. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben untersucht, was hinter dieser seltenen Fähigkeit steckt – und warum sie so viel bewirkt.

    Mitten im Gespräch das eigene Reden einfach sein lassen. Aushalten, dass jemand anderes spricht. Nicht schnell die passende Antwort formulieren, während das Gegenüber noch erzählt. Das klingt simpel – ist es offenbar aber nicht.

    Wer anderen wirklich zuhört, ohne zu unterbrechen, ohne abzulenken, ohne schon den nächsten Satz im Kopf zu formen, fällt auf. Und das aus gutem Grund.

    Was Forscher herausgefunden haben

    Die Psychologinnen und Psychologen Guy Itzchakov, Harry Reis und Netta Weinstein haben sich in einer 2021 veröffentlichten Studie im Social and Personality Psychology Compass damit beschäftigt, was passiert, wenn Menschen wirklich zuhören. Ihr zentrales Ergebnis: Wer aufmerksam zuhört, ohne zu bewerten und ohne zu unterbrechen, erzeugt beim Gegenüber das Gefühl, ernst genommen und verstanden zu werden – ein Grundbedürfnis in jeder menschlichen Beziehung.

     

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    Wie ist es mit dir? bist du ein guter Empfänger? oder ein guter Sender?

     

    Wie nimmst du die anderen wahr? können sie gut zuhören?

    25.03.26, 05:53

Beiträge

  • 25.03.26, 18:24

    Es gibt ja einen Unterschied zwischen einem Gespräch und einer Diskussion. Wenn ich statt zuhören bereits am Formulieren der Antwort bin, ist es vermutlich eher Letzteres. Und da geht es dann um Argumente und Schlagfertigkeit, und das ist meiner Meinung nach durchaus interessant. 

    Ein persönliches Gespräch läuft ganz anders ab. Aber leider stimmt es, dass zuhören auch da manchmal nicht wirklich stattfindet. Man kann zwar noch wiederholen, was das Gegenüber erzählt hat, aber man ist nicht zugewandt, die Körpersprache (oder das Handy in der Hand) zeigt, dass man nicht wirklich zuhört. Und es erweckt natürlich den berechtigten Eindruck, dass man auch nicht wahnsinnig interessiert ist, ob das nun stimmt oder nicht. Ich muss mich da manchmal auch selber an der Nase nehmen. 

    Und dann gibt es aber auch die Situation, da man eigentlich sehr an einem Gespräch interessiert wäre. Aber nicht die richtigen Worte findet, und der Austausch stockt immer wieder und ist hölzig. Wie gut es da doch ist, wenn das Gegenüber aus Charakter oder angelernt das Gespräch in Gang hält, mit interessanten Beiträgen und guten Fragen, und vor allem mit offensichtlichem Interesse an der anderen Person. 

  • 25.03.26, 13:45

    wenn es -wer  für diese schlußfolgerung (wissen- erkenntnis ) eine-r studie bedarf, und das nicht unter die rubrik normaler menschenverstand - beöbachtung fällt, dann würde ich an mir zweifeln. 

     

    was kommt als nächstes ? menschen die freundlich schauen und dabei lächeln, werden von ihrem umfeld positiv wahr genommen.?

     

    ganz zu schweigen, dass es viele personen  (va männer ) gibt , die an sich nicht gerne reden , und somit zwangsläufig zuhören. das hat nichts mit besonderer empathie zu tun. 

     

    die gründe können faulheit, introvertierheit, unsicherheit , schüchternheit usw sein, oder sie antworten erst, wenn sie etwas wirklich  interessantes zu sagen haben bzw sich mit dem inhalt- der materie auskennen.

     

    viele egozentrische dominante personen beanspruchen- nehmen sich "auch einfach das wort "  (heraus),  wenn du diesen idioten immer zuhörst-keine grenzen setzt- ihr seelischer mülleimer bist, hast du ein problem. die gleichen personen hören nämlich dir nach ihrem monolog dann nicht zu.

  • Der ganze Artikel ist in dem link am Anfang oder hier:

     

    https://betreutes-lieben.de/uncategorized/schweigen-und-zuhoeren/

     

    mit meiner Seite "Betreutes Lieben" versuche ich so ein bißchen, die schon sehr fundierten, wertvollen und erklärenden Erkenntnisse aus Psychologie, Philosophie, Psychoanalytik, Soziologie usw in den Alltag zu bringen; oder sie zumindest zu diskutieren :-)

  • 25.03.26, 11:32

    das bringt mich dazu über mein eigenes Verhalten nachzudenken  und eventuell etwas zu verändern 👏

  • 25.03.26, 11:30

    Ich glaube, wirkliches Zuhören ist heute so selten, weil viele Gespräche gar keine echten Gespräche mehr sind, sondern eher zwei Monologe, die sich abwechseln. Während der andere spricht, ist man innerlich oft schon beim Antworten, Bewerten oder Weiterdenken.


    Für mich ist gutes Zuhören weniger eine Technik als eine Haltung. Es bedeutet, dem anderen für einen Moment den Raum zu überlassen – ohne sich selbst sofort mit einzubringen. Und genau das macht es so wertvoll: Man signalisiert damit „Du bist gerade wichtiger als ich.“


    Ich versuche, ein guter Empfänger zu sein – zumindest bewusster als früher. Nicht perfekt, aber ich merke, wie viel sich verändert, wenn man wirklich hinhört: Gespräche werden tiefer, ehrlicher und auch ruhiger. Man versteht nicht nur Worte, sondern oft auch das, was zwischen den Zeilen liegt.


    Und ganz ehrlich: Menschen, die wirklich zuhören können, erkennt man sofort. Bei ihnen hat man das seltene Gefühl, nicht nur gehört, sondern auch verstanden zu werden.


    Wie ich andere wahrnehme? Es gibt solche und solche. Viele hören zu, um zu antworten. Wenige hören zu, um zu verstehen. Und genau diese wenigen bleiben im Kopf – und im ♥️

  • 25.03.26, 11:24

    Ein sehr guter Beitrag und vielen Dank🌺

    Also ich höre gerne zu, sonst verstehe ich ja das Gegenüber nicht😉Ist eigentlich simpel...

  • 25.03.26, 10:42

    Aw das erinnert mich an „Momo“ von Michael Ende.

     

    Kurz gesagt geht es um ein Mädchen namens Momo , das am Rand einer Stadt lebt. Sie hat eine außergewöhnliche Fähigkeit: Sie kann wirklich zuhören. So gut, dass Menschen durch sie wieder klar denken, sich selbst verstehen und sich weniger allein fühlen.

    Dann tauchen die sogenannten graue Herre auf. Sie überreden die Menschen, Zeit zu sparen – mehr zu arbeiten, weniger zu fühlen, weniger zu leben. Aber in Wahrheit stehlen sie ihnen genau diese Lebenszeit.

    schon 50 Jahre alt die Geschichte aber immernoch modern

     

     


     

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